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Gurr – In My Head

RubrikAlben
Künstler*inGurr · Laura Lee
GenresGarage · Power-Pop · Surf

Zwei Frauen, die zusammen Musik machen und sich Gurr nennen – da braucht es nicht besonders viel Fantasie, um sich an die Riot Grrrl-Szene erinnert zu fühlen.

Die Songs auf „In My Head“, dem gurrlschen Debütalbum, klingen aber mehr nach Sommer-Sonne-Surf-Musik als nach kantig-krachigem Revolutionspunk. Seit 2012 machen Laura Lee und Andreya Casablanca zusammen Musik. Die Wahlberlinerinnen haben sich während ihres Studiums kennengelernt. Ihr Auslandssemester haben die beiden in den USA verbracht und ihren Aufenthalt mit einer kleinen Tour verbunden.

Der lässige West Coast-Sound mit einem Schuss Garage Rock verbindet auch die 11 Songs auf dem Longplayer. Die Lieder klingen eigen, aber auch wie die Enkel von den B52s, den Shangri-Las und ja, auch den Ramones.

Die Platte ist 29 Minuten lang, da gibt es keinen Platz für unnötiges Chichi. „First Wave Gurrlcore“, dieses Label haben Laura und Andreya ihrer Musik verpasst.

Auf „In My Head“ geht es u.a. ums Verknallt sein, ausgelutschte Beziehungen und den Spaß beim Rollerskaten. Poppige Melodien und eingängige „In my head I feel so bad“-Refrains stehen im Vordergrund. Das geht direkt ins Ohr und funktioniert.

Erst wippt der Fuß bei „Rollerskate“ oder „Free“ mit, zwei Akkorde später ertappt man sich beim Tanzen. Einfach so. Wer ein How-To-Tutorial braucht: Im Video zu „Moby Dick“ zeigen Andreya und Laura wie man zu ihrer Musik tanzen kann.

Die Vorproduktion von „In My Head“ fand übrigens in den altehrwürdigen Berliner Hansastudios statt. David Bowie, Iggy Pop und U2 nahmen hier bekanntlich einige ihrer besten Platten auf.

Bei „Walnuss“, dem einzigen Song mit deutschen Text, heißt es: „Wir nehmen teil an der Belanglosigkeit“. Dieser Satz trifft absolut gar nicht auf das Gurr-Debüt zu: „In My Head“ klingt erfrischend zeitlos. Der gurrlsche Surf-Pop-Garage-Sound geht direkt vom Kopf in die Beine – und bleibt manchmal als tagelanger Ohrwurm erhalten.

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