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Ich fühle mich wie neugeboren – Jamie Lidell im Interview

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Jamie Lidell hätte der neue Prince werden können. Vor knapp zehn Jahren riss sich die Industrie um den elektro-lastigen Funk des gebürtigen Briten, der mittlerweile seine Zelte in Nashville aufgeschlagen hat. Alle standen sie Spalier: Die Bosse von Major-Labels, Manager in feinem Zwirn und sogar Produzenten-Guru Rick Rubin. Doch irgendwie kam alles anders. Heute serviert uns Jamie Lidell tiefgreifenden Soul. Millionen-Offerten flattern nicht mehr in sein Haus. Aber das ist dem sympathischen Sänger egal. Jamie Lidell ist glücklicher denn je. Warum das so ist, verrät uns Jamie Lidell im Interview.

MusikBlog: Jamie, würdest du dich als jemanden bezeichnen, der die Dinge ausreizt? Oder bist du eher ein Mensch, der gerne von vorne anfängt?

Jamie Lidell: Das kommt ganz drauf an. (lacht) eigentlich würde ich sagen, dass beides in mir steckt. Ich denke, dass es, wie bei den meisten Dingen im Leben, auch hier um die Balance geht. Wenn ich etwas toll finde, dann will ich möglichst lange ein Teil davon sein. Auf der anderen Seite bin ich aber auch neugierig und offen. Solange sich nichts in die Quere kommt, ist alles gut.

MusikBlog: Dieser Tage baust du wieder Neues auf, richtig?

Jamie Lidell: Nun, man sollte den Titel meines neuen Albums nicht überinterpretieren. Meine Wurzeln sind immer noch präsent. Aber es stimmt schon: „Building A Beginning“ hat auch viel Neues zu bieten.

MusikBlog: Vom hibbeligen Elektrosound auf deinem letzten selbstbetitelten Album ist nicht mehr viel übrig. Du servierst dieser Tage erdig psychedelischen Soul. Wie kommt’s?

Jamie Lidell: In meinem Leben hat sich in den letzten Monaten und Jahren viel verändert. Das nimmt natürlich auch Einfluss auf die Musik. Ich stand schon immer auf die tiefen und berührenden Sounds von Marvin Gaye, The Temptations und Stevie Wonder. Da steckt in meinen Augen die Essenz des Soul drin. Und ich liebe Soul-Musik. Also habe ich mich hingesetzt und einfach losgelegt.

MusikBlog: Du sprachst gerade Veränderungen an. Du bist mittlerweile Vater geworden. The biggest change in life, so far?

Jamie Lidell: Definitiv. (lacht) Ein Kind zu bekommen, ist das größte Geschenk, das man sich vorstellen kann. Es ist ein Segen, keine Frage. Man fühlt sich irgendwie selbst wie neugeboren.

MusikBlog: Inspirierend, oder?

Jamie Lidell: Auf jeden Fall. Jeder neue Tag ist eine Wundertüte. Man wacht morgens auf und steht bereits mit einem Lächeln im Badezimmer. Diese Lebensfreude wirkt sich auf alles aus: das Leben, die Arbeit, die Liebe. Alles glänzt irgendwie in einem neuen Licht.

MusikBlog: Deine Frau scheint auch total aus dem Häuschen zu sein.

Jamie Lidell: Oh ja! Sie ist verrückt nach dem Kleinen. Das Elternsein hat uns noch mehr zusammengeschweißt. Wir sind jetzt regelrecht eins. Sie hat auch viel Zeit und Arbeit in das neue Album investiert. Das ist ein tolles Gefühl, wenn sich die Liebe zueinander auch auf die Arbeit auswirkt. Wir sind gerade alle richtig happy.

MusikBlog: Deine Frau war nicht die einzige, die sich mit ins Zeug gelegt hat.

Jamie Lidell: Nein, das stimmt. Ich habe wieder mit vielen tollen Leuten zusammen gearbeitet. Darunter Musiker, die bereits mit Größen wie Eric Clapton, Wilco, The White Stripes und Paul McCartney zu tun hatten. Es war eine großartige Produktionsphase.

MusikBlog: Glaubst du, wir würden heute auch über Familienglück und das komplette Wohlfühlpaket reden, wenn du 2008 eines der vielen Major Label-Angebote angenommen hättest?

Jamie Lidell: Das ist schwer zu sagen. Aber, was heißt angenommen? Man ließ mich ja nicht.

MusikBlog: Du hättest also gerne?

Jamie Lidell: Damals wahrscheinlich schon. Ich meine, ich habe mich mit Rick Rubin getroffen, und die Manager von Columbia haben mich angerufen. Ich war ziemlich hip. (lacht) Aber sie alle hätten mich mit einer Millionensumme aus meinem Vertrag rauskaufen müssen. Das wurde irgendwie so festgelegt. Mit Steve Beckett (Warp-Boss) war nicht zu feilschen.

MusikBlog: Bist du rückblickend…

(unterbricht)

Jamie Lidell: Traurig? Wütend? Enttäuscht? Nein, nicht wirklich. Wer weiß, wohin die Reise gegangen wäre. Ich bin ein Mensch, der gerne im Hier und Jetzt lebt. Und heute bin ich glücklich. Sicher, mehr Geld würde nicht schaden. Aber was bedeutet das schon? Ich habe eine tolle Frau, einen tollen Sohn und eine neue Platte am Start, mit der ich rundum zufrieden bin. Alles ist perfekt, so wie es ist.

MusikBlog: Klingt fast schon dankbar.

Jamie Lidell: Ich bin dankbar. Und zwar für jede einzelne Erfahrung in meinem Leben. Ich wäre heute vielleicht nicht dort wo ich bin, wenn man vor zehn Jahren andere Entscheidungen getroffen hätte. Das ist mir bewusst. Und ich würde gerade nichts auf der Welt gegen den Ist-Zustand eintauschen wollen. Gar nichts. Ganz einfach.

MusikBlog: Because I’m happy…

Jamie Lidell: Yeah! (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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