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Oasis – Be Here Now (Remastered)

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„Noel und Liam steigen aus einer dekorativen Telefonzelle, ihre Blicke fragen, was wir denn nun schon wieder wollen. Exakt DAS wollen wir“, schreibt Benjamin Stuckrad-Barre 1998 am Ende seines Romandebüts „Soloalbum“.

Sein Romancharakter, ein Musikjournalist Ende der Neunziger, macht gerade eine Trennung durch. Wirklich Freude kommt erst beim Oasis-Konzert auf, dessen Logik Stuckrad-Barre am Ende der Erzählung analysiert. Schweiß, Ohrensausen, Euphorie. Während seine Freunde immer mehr den Kopf über den verlassenen Romanhelden schütteln und dessen Wohnung zur Müllhalde generiert, bleibt der junge Mann zumindest Oasis treu. Oder besser gesagt, Oasis bleiben ihm treu.

Jedes Kapitel von „Soloalbum“ ist nach einem Oasis-Song benannt, der Plot spielt zur Veröffentlichung von „Be Here Now“, dem dritten Studioalbum der Gallagher-Brüder. Das erschien 1997, eine Zeit, in der sich CD´s noch verkauften. Allen voran die von Oasis, die den Britpop-Hype auch mit „Be Here Now“ regelrecht entfachten und sich mit Blur noch einen Battle Of The Bands lieferten.

Fast zwanzig Jahre später sind die Brüder verstritten, liefern sich Diss-Schlachten auf Twitter, eine Band-Doku kommt in die Kinos und man darf sich nur noch über Remastered-Versionen freuen. Jetzt also mit „Be Here Now“.

Erst einmal zur Erinnerung: Auf dem Nachfolger von „(What’s The Story) Morning Glory?“ dominieren gedehnte Vokale, überlaute Gitarren, ein überambitioniertes Tamburin und bierselige Refrains. Das war Stärke und Schwäche zugleich, „Be Here Now“ gilt seitdem als das kurzweiligste Album der Band.

Mastermind Noel Gallagher gab selbst zu, dass das Album wahrlich nicht zu seinen Geniestreichen gehört. Eventuell erscheint gerade deswegen nun eine Alternative-Version der ersten Single-Auskopplung, die sich „NG’s 2016 Rethink“ nennt.

In der Oasis-Anthologie wird das Werk jedenfalls eher ignoriert. Auf dem Live-Album der Band taucht lediglich „Stand By Me“ auf, auch auf den Solokonzerten von Noel bleibt das Album unterrepräsentiert.

Im Nachhinein waren die Verstärker doch ein wenig zu ausgelastet, die Action-Film entlehnten Helikopter im Video zum mit Streichern überladenen „D´you Know What I Mean“ zu viel des Guten. Dazu die ewig gleiche Pose: Alles um Oasis bewegt sich, nur Liam Gallagher steht auf der Bühne wie eine Statue, lässt seinen Blick über die Tausenden, textsicheren Fans gleiten und schwitzt dabei seinen Parka voll.

Stuckrad-Barres Romanfigur kann den Songs trotzdem etwas abgewinnen, auch wenn keine unmittelbare Heilung einsetzt. „All Around The World“ dürfte sicherlich zu den heimlichen Highlights der Oasis-Hymnen gehören.

Und jenseits des großkotzigen Formats von „My Big Mouth“ war ja schließlich auch Platz für romantische Popstücke wie „Don´t Go Away“. Trotzdem macht sich auch in „Soloalbum“ der leise Zweifel Raum: „Man setzt einmal eine Marke, und dann wird alles Nachfolgende sich daran messen müssen. So ist es in der Musik, so ist es in der Liebe.“

Bei Oasis waren die ersten beiden Alben die Messlatte. Keine Frage, an den Charme von „Definitely Maybe“ reicht „Be Here Now“ nicht ran. Die Nachfolger im Übrigen auch nicht.

Auf „Be Here Now“ findet sich viel verzichtbares Material. Andererseits sind es gerade die maßlos euphorischen Stücke wie „D´You Know What I Mean“ oder das frenetische Titelstück, deren energetische Gitarren Freude machen.

Dabei hätten die Arrangements auch anders ausfallen können: Das Bonusmaterial bietet einen dokumentarischen Einblick in die rohen Demoaufnahmen von Noel, der die Skizzen auf der Insel Mustique aufnahm.

„Stand By Me“ klang hier noch nicht gepimpt, die Songkonturen wirkten noch schmaler und dadurch eine Spur eleganter. Ebenso findet sich das reduzierte „Trip Inside“ hier noch als unangetasteter Minimalismus wieder, bevor das Stück mit dreifacher Gitarrenbesetzung als Titelstück auserkoren wurde.

Übrigens entstand in dieser Schaffensperiode auch eine der populärsten B-Seiten der Band: Die Akustiknummer „Going Nowhere“, in der sich Noel Gallagher eher als sensibler Singersongwriter präsentiert.

Die Edits geben eine leise Ahnung davon ab, dass weniger hätte mehr sein können. Ein Credo, dass die Gallagher-Brüder 1997 nicht kennen wollten. Noel hat das mittlerweile gelernt.

Nostalgische Fans werden ohnehin zugreifen, als Einführung in das Magnus Epos der Gallagher Brüder sei hier allerdings das Debüt empfohlen. Das gibt es auch bereits als Re-Release.

Liam Gallagher twitterte diesbezüglich „HOW CAN YOU REMASTER SOMETHING THATS ALREADY BEING MASTERED. DONT BUY INTO IT. LET IT BE LG X“. Ausnahmsweise hatte er fast mal Recht.

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