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Wild Beasts – Live im Kesselhaus, Berlin

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Mit ihrem fünften Album „Boy King“ legten die Wild Beasts im Sommer eine souveräne Kehrtwende von ihrem immer schmusiger gewordenen Sound der letzten Alben hin und schufen so eine der besten Indie-Rock-Platten des Jahres.

Dementsprechend regierte ein wohltemperierter Bang gestern das Kesselhaus, und das nicht nur bei der energetischen Lead-Single gleichen Namens „Get My Bang“.

Rundum sorglos machende Feel-Good-Abende sind schwer weiter zu kommunizieren. Es liegt wie immer in aller erster Linie an der Band selbst, ob ein Abend schnell vergessen oder schatzkistenmäßig abgespeichert wird.

Hayden Thorpe und Ben Little hatten dermaßen Spaß gestern Abend, ihre Songs zu performen und leidenschaftlich darzubieten, dass man gar nicht anders konnte als von dieser positiven Energie angesteckt zu werden. Dass das Kesselhaus ein zu selten genutzter, ganz hervorragender akustischer Raum für Live-Konzerte ist, hätte als alleiniger Grund nicht ausgereicht. Auch nicht, dass vor allem Thorpe Berlin ganz toll findet.

Allein, mit wie viel Seele, Hingabe, Leidenschaft, Nenn-es-wie-du-willst Musiker auf der Bühne performen, ist im Grunde zentraler, als wie formidabel die geneigte Musikkritikerschar diese Musik jetzt eigentlich bewertet.

Wenn man dann noch, wie die Wild Beasts, mit inzwischen fünf Alben aus einem ergiebigen Katalog an starken Indie-Rock-Songs schöpfen kann, steht einem souveränen Abend nichts mehr im Weg.

„Boy King“ war unumstrittener Angelpunkt der Setlist, aber drei wunderschöne Nummern von „Two Dancers“ waren ebenso dabei, wie Stücke von „Smother“ und „Past Tense“.

Der Moment während der Zugabe, bei dem es Thorpe packte und er mit Mikro das Bad in der Publikumsmenge suchte und lange brauchte, bis er am Seitenpodestchen angekommen war, auf dem ihn wieder alle sehen konnten, war der aussagekräftigste:

Wie Kollege Little der Tuchfühlung seines Buddies grinsend zu sah und sein Lächeln zu sagen schien: Na gut, dann gniedel ich mal noch länger hier an meinem Gitarren-Solo rum, damit du’s bis hinter schaffst – ist ja so schön hier heute.

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