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Crystal Castles (Credit Reva May)

Crystal Castles – Live im Columbia Theater, Berlin

Zwei Sanitäter waren vielleicht ein wenig knapp kalkuliert. Schließlich spielten Crystal Castles das erste Mal seit ihrem Comeback mit neuer Sängerin und neuem Album in Deutschland eine Headliner-Show vor ausverkauftem Haus im Berliner Columbia Theater.

Electropunk ist noch gar kein Ausdruck. Auch die fancy Szene-Genre-Wortschöpfung Witch House vermag nur ungenügend zusammenfassen, was da gestern Abend auf die Trommelfelle prasselte.

Suizidale Depressionsbässe. Kollektiv rauschhaft im Auf- und Abhüpfen erlebbar. Dabei entbehrte es nicht einer gewissen Komik, wie Mastermind Ethan Kath, wie so eine Bobblehead-Figur, permanent hart den Kopf auf und ab wippen ließ, weil mehr nicht drin war beim konzentrierten Kredenzen der elektronischen Brutalo-Horror-Beats.

Auch, dass es der Abend der Halloween-Festlichkeiten war, fiel nur vereinzelt im Publikum auf. Edith Frances, Kaths neue Sängerin, ist ohnehin bei jeder Show mit Heath-Ledger-Joker-Face gruselig entstellt.

Wenn sie dann theatralisch zwischen den Tracks auf der vernebelten Bühne Wasserfläschchen über ihr blondiertes Haupt entleert, um so richtig in crazy Stimmung für den nächsten harten Track zu kommen, und man nicht zur selig depressiv umherspringenden Meute gehört, könnte man eigentlich ins Lachen kommen, ob all der unfreiwilligen Komik.

Wäre da nicht das erdrückende Diktat der negativen Beat-Polterei. Eigentlich zeichnet eine der Stärken Crytsal Castles aus, Melancholie und Toughness gelungen zu vereinbaren. Was davon live gestern übrig blieb, dürft ihr dreimal raten.

So wurde das Ganze eher eine Veranstaltung für Tresor-Techno-Anhänger und jugendlich berauschtes Jungvolk. Jeder, der wenig Interesse an 90-minütiger Penetration harter Electro-Beats hatte, guckte da gestern in die Röhre.

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