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Metallica – Hardwired To Self Destruct

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Das zehnte Studioalbum der größten Metal-Band der Welt ist da. Als 77-minütiges Doppelalbum scheint es an Umfang wettmachen zu wollen, was es an Wartezeit den Heerscharen der Metallica-Fans weltweit seit 2008 auferlegt hatte.

Es ist ja mächtig en vogue geworden, Metallica scheiße zu finden, obwohl sie Musikhistorisches vollbracht haben vor 25 bis 30 Jahren, mit den Alben „Master Of Puppets“, „And Justice For All“ und dem schwarzen Album, nämlich eine der dem Massengeschmack abgewandtesten Subkulturen in den Mainstream und in die gesellschaftliche Akzeptanz zu überführen. Oder verbietet noch irgendein Vater der westlichen Welt seiner Tochter die Liaison mit einem Metal-Head? Eher nicht.

Und freilich haben Metallica einen Gutteil zu ihrer jetzigen Reputation beigetragen. Nicht wahr, Lars Ulrich, alter Dickhead?

‘Ne Band, die mal wichtig war, steinreich wurde und jetzt scheiße ist, lautet ein allzu verbreitetes Urteil. Aber bei kaum einem Thema wie Metallica, es mag etwas mit ihrer schieren Größe und pophistorischen Relevanz zu tun haben, scheiden sich die Kritikgeister so sehr, tun sich derart viele Meinungslager auf.

Denn zugutegehalten werden muss, ob man dies jetzt mag oder nicht, dass Metallica nicht nur ihren in San Fransisco geborenen Thrash-Metal im Verlauf ihrer Karriere zum Besten gaben. Im Gegensatz zu den anderen Metal-Größen haben sich Metallica stets an Neuem versucht, Hardrock-Einflüsse genauso herausgekehrt wie Hardcore-Experimente gewagt.

Auch ich kann mich dem anschließen, dass jene Metallica-Versionen der jüngeren, sagen wir 15 Jahre mäßig bis weniger überzeugend wirkten. Aber im Ernst: So wichtig ist das Thema jetzt auch nicht, dass man dafür Social-Media-Kleinkriege anzettelt, um genau zu klären, wie patte dieses „Lulu“-Projekt mit Lou Reed jetzt eigentlich war oder doch eventuell verkannt genialisch.

Metallica sind längst größer geworden als eine Musikband vielleicht je sein sollte, im Grunde sind sie ein Unternehmen. Und als solches treffen sie ihre Entscheidungen. Eine der wichtigsten war immer noch, die meisten weißen Musikjournalisten sind auf diesem Auge noch immer blind, Robert Trujillo als Nachfolger von Bassist Jason Newsted medienwirksam engagiert zu haben.

Denn nur im europäisch-nordamerikanischen-Teil der Welt wird Metallica als ein sinkendes Schiff wahrgenommen. In Asien und allen voran in Lateinamerika hingegen wächst diese Band und wächst und wächst, dass man keine Arenen mehr findet, die groß genug für Hetfield, Ulrich und Co. sind.

Nun, im unverkennbaren Spätherbst ihrer Karriere, sind Metallica wieder da und blicken auf dermaßen viele Wandlungen und kontroverse Phasen zurück, dass sie nicht inkonsequentermaßen einfach entschieden haben, ein Inklusionswerk abzuliefern. Alle, aber auch alle Genre-Phasen der Band sind auf „Hardwired…“ vertreten.

Da ich kein Metaller bin, gefällt mir das ganz gut, wie schöne Punk-Momente auf klassischen Hard-Rock treffen, breitbeiniger Thrash-Metal überführt wird in Phasen New Yorker Hardcores. Das Album ist eine richtige Werkschau, und als solches muss es sich natürlich den Vorwurf gefallen lassen, was man denn bitte von diesen ewigen Giganten zu hören bekäme, was man nicht zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Karriere bereits zu hören bekommen hat.

Die Antwort lautet tatsächlich nix, nada, niente. Was natürlich zu einem Problem erklärt werden könnte, andererseits ist das als gebündelte Einstiegsdroge in die Metallica-Welt wahrlich kein schlechtes Album. Die Frage ist halt, wer das nach 35 Jahren Bandgeschichte noch braucht.

Blickt man aber über den Tellerrand nach Asien und Lateinamerika, versteht man Metallicas unternehmerische Handlungsweisen plötzlich besser. Nur weil westliche Hipster Metallica längst überdrüssig sind, ist es noch lange nicht die Welt. Tough lesson, fast wie US-amerikanische Wahlen.

„Hardwired…“ mit seinem Potpourri aus Metallica-Phasen wirkt zu Beginn besser als nach längerer Zeit. Das mag mal wieder an Hetfields hanebüchen albernen Lyrics liegen, die dermaßen banal, ödipal und infantil daherkommen, dass man sich mit zunehmenden Durchgängen nur noch fremdschämen möchte. Aber auch das ist nichts Neues bei jenem Bandvorsteher, der im Übrigen vor kurzem in Astrophysik promovierte, richtig gehört, also einen Doktorgrad erlangt hat.

Welcher Meinung auch immer man über diese solide Gesamtschau eines Albums auch letztlich sein mag, das nächste Konzert in Rio de Janeiro, vor 100.000 ihnen zu Füßen liegenden Massen, wird Metallica nicht den Eindruck vermitteln, sie machen etwas falsch.

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