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Loyle Carner (Credit Laura Coulson)

Loyle Carner – Yesterday’s Gone

Gezielte Förderung durch bekanntere Genrekollegen ist nach wie vor der Königsweg für mehr Aufmerksamkeit. Das und Substanz. Loyle Carner, bürgerlich Benjamin Gerard Coyle-Larner, aus Südlondon, genauer dem Vorort Lambeth, hat beides.

Sein Debütalbum „Yesterdays Gone“ ist ein lange nicht zu Ohren gekommener Beweis, dass Hip-Hop auch einfühlsam, sensibel und dennoch positiv und spaßig sein kann. Aber damit davon möglichst viele erfahren, braucht es gewisse Schubfaktoren, heute Boosts genannt.

Seinen Boost hat Loyle Carner allem Anschein nach erfolgreich bekommen. Von keiner geringeren als dem Kritikerliebling und Spoken-Word-Artist Kate Tempest. Nicht nur nahm Tempest Loyle Carmer mit auf Tour, die beiden nahmen auch den Song „Guts“ gemeinsam auf, durch welchen die schreibende Musikwelt, einschließlich meiner selbst, vermehrt auf den jungen Rapper aufmerksam wurde.

Sein Debüt hält, was die Debüt-EP vor einigen Jahren anzudeuten wusste: „Yesterday’s Gone“ ist ein ganz simples DIY-Album. Kluge Beats, schöne Bläser-Samples, feminine Refrain-Chöre – zwar alles aus der Laptop-Dose, aber verfeinert mit leidenschaftlichen Raps die nicht dick auftragen wollen, sondern ein bisschen mehr Realness zurück ins Rap-Geschäft wehen.

Was „Yesterday’s Gone“ wohltuend distinguiert ist nichts Bahnbrechendes, es ist die Empfindsamkeit und Sensibilität, die diesen Rap-Geschichten, den positiven wie den traurigen, eine schöne Seite vom Hip-Hop zeigt.

Okay, hart steil gehen und derbe abfeiern wird man zu diesem Hip-Hop eher nicht – na und? Dafür hört man Geschichten, die das Südlondoner Leben schreibt, und in die sich emotional nicht nur 23-jährige versetzen können. Feiner Conscious Rap, der nicht auf die Barrikaden ruft.

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