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Binoculers (Credit David Rankenhohn)

Binoculers – Sun Sounds

Nadja Rüdebusch beobachtet wieder: Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, die Menschen und die Motten, auf dem Land und in der Stadt. Nachzuhören sind diese Momentaufnahmen auf dem vierten Album „Sun Sounds“ von ihrer Band Binoculers.

Nadja und ihr Partner Daniel Gädicke, der seit zwei Platten fester Bestandteil von Binoculers ist, meinen es ernst: Sieben der 14 Tracks haben „Sun“ oder einen Begriff, der mit Licht und Schatten assoziiert wird, im Titel.

Die zwei Musiker hatten die Möglichkeit, im Hamburger Konservatorium Instrumente auszuprobieren und aufzunehmen, was ihnen offensichtlich großen Spaß gemacht hat. Die Multiinstrumentalisten haben sich ausgetobt, von A wie Akkordeon bis X wie Xylophon wurde alles aufgenommen und fein verwoben. Zumindest klingt es so.

Besonders stechen die Songs „Sun I“ bis „Sun IV“ hervor. Es sind reine Instrumentalstücke, die – hintereinander gehört – eine Geschichte erzählen. Der erste „Sun“-Song klingt wie ein Sonnenaufgang oder ein erstes, zaghaftes Erwachen. Passt wunderbar zum Albumcover, auf dem eine in Nebel gehüllte Landschaft zu sehen ist. Durch die Wolkendecke scheint die Sonne bald durchzubrechen.

„Sun II“ klingt wie eine Windspiel-Collage, „Sun III“ ist kreischig und könnte auf einer Singenden Säge oder einem Synthie eingespielt worden sein. Der Abschluss des musikalischen Vierschritts klingt organisch und federleicht, man hört eindeutig Drums und ein Klavier heraus.

„The Cities“ ist ein energischer Song, der durch seinen Drumrhythmus den Puls einer Großstadt widerspiegelt. Die Sängerin beschreibt urbane Metropolen mit den Gegensatzpaaren „Variety“ und „Monotony“ sowie „History“ und „Futurity“ – was ziemlich genau von Berlin bis Buenos Aires passt.

Wer „Colours“ auf „Flowers“ reimt, hat gute Laune. „But Oh!“ ist so eine beschwingte Nummer, es ist eines der wenigen Lieder, bei denen Daniel auch singt.

„Sun Sounds“ entstand sowohl auf dem Land, wie auch in der Stadt, was man den facettenreichen Songs auch anhört. Das Album ist eine Reise durch Licht und Schatten. Es ist deutlich zu hören, dass Nadja und Daniel versierte Musiker sind, die seit vielen Jahren experimentieren und konzipieren.

„Sun Sounds“ ist nicht nur ein Album für Sonnenanbeterinnen und Freunde des altgriechischen Phönix-Mythos, sondern auch für Menschen, die sich Zeit nehmen, eine Platte nach und nach zu entdecken.

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