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Nils Frahm – All Melody

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Großes Experimental-Kino. Nils Frahm schöpft aus dem Vollen mit seinem inzwischen siebten Studioalbum.

„All Melody“ ist in seinem Umfang ein tiefgreifender Wandel zum Gros seines vorherigen, durch allerlei elektronische Filter stets die Klaviermusik in den Mittelpunkt stellenden Outputs.

Es haben sich inzwischen einfach die Vorzeichen stark gewandelt. Musste er bei „Felt“ noch Filzbeläge an die Hammerköpfe seines Klaviers kleben, um seine Nachbarn durch die nächtlichen Aufnahmen in seiner Berliner Mietwohnung nicht zur Weißglut zu bringen, hat sich Nils Frahm mittlerweile zu einem international gefeierten Künstler gemausert, dem Kulturstipendien und Studiotüren offen stehen.

Der international inzwischen ebenso renommierte Musikertraum Funkhaus Berlin, jener imposante, denkmalgeschützte Studio- und Hörfunkkomplex der ehemaligen DDR in Ostberlin, ist natürlich genau der richtige Ort für die Art von Avantgarde-Musiken, die an der Schnittstelle zwischen Klassik und Electronica wabern und die vor allem hierzulande immer mehr Anhängerschaft finden – schaut man auf die Konzertsäle, die ein Frahm, ein Hauschka oder die Grandbrothers mittlerweile füllen.

So darf es nicht wundern, dass der dort schon oft live vorstellig gewordene Frahm nun eines der regelmäßig vergebenen Studioplätze ergattern konnte und sich „Saal3“ zu seinem eigenen Studio umbauen durfte.

Da ließ sich Nils Frahm nicht zweimal einladen und erschuf zum eigenen Studio an imposanter Stelle ein nicht minder imposantes Avantgarde-Werk, das aber diesmal nicht mehr viel mit Klaviermusik zu tun hat.

Tausend exotische Töne haben auf „All Melody“ Eingang gefunden; gar Chöre und Gesang. Der sphärische, dennoch quirlige Opener „The Whole Universe Wants To Be Touched“ etwa, könnte einem Electro-World-Beat-DJ wie Nicola Cruz genauso zugerechnet werden.

Befriedend wirken die Klanglandschaften trotz all ihrer Fremdheit, Frahm wagt sich hier aus seinem gewohnten Terrain und gewinnt dabei unheimlich an Wert. Ob das jetzt ein dem Hippietum nahestehender DJ war oder ein klassisch ausgebildeter Pianist, der hinter der sehr schönen Klangreise „All Melody“ steht, ist nicht mehr auszumachen.

Mit dem Wegfall dieser Intellektualitätsklammer gewinnt Frahm unheimlich an Möglichkeiten und öffnet sich einer universelleren Musiksprache, als jener, welche nur in Konservatorien verstanden wird.

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