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Sookee – Mortem And Makeup – Bitte bleib!

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„Was wird euer Jesus sagen?“ fragt Sookee auf dem Opener „Q1“ ihres fünften Albums „Mortem & Makeup“. Die mit der Dummheit verwandte Intoleranz sorgt dafür, dass es bei uns immer legitimer wird, Flüchtlinge als Bedrohung zu sehen, als Zerstörer des Abendlandes, auch wenn es eher eine aufgeblähte Wohlstandsoase ist, aus der keiner vertrieben werden möchte.

Wenn dann auf Nächstenliebe getaufte Christen eine „Alternative“ suchen, kommt die Angst zurück, wohin die Reise mit dem schon einmal falsch gesteuertem Schiff gehen wird. Man möchte gemeinsam mit Sookee auf die von ihr besungene „einsame Insel oder Untergrund“ abhauen, auch wenn man nicht zu ihren Leuten gehört.

Eine noch tiefere Kerbe schlägt Sookee in „Hüpfburg“ und  erzählt uns von der Traurigkeit eines Kindes, dessen Eltern den türkischen Spielkameraden nicht dulden. Braune, uniformierte Beschränktheit, statt bunte, multikulturelle Vielfalt. Der Song hinterlässt eine ähnliche Wirkung wie das „(Sophie) Hörst Du mich“ von Fettes Brot.

In „Queere Tiere“ ist Sookee in ihrem Element und rechnet weiter mit den erzkonservativen Ansichten ab. Dabei gibt sie Nachhilfe in Sachen Evolution und es wird von Tierarten erzählt, die sich wenig darum scheren, ob sie die ihnen zugedachte  Rollenverteilung befolgen.

Da läuft was verkehrt – weiß auch unsere evangelische, demokratische Führerin, die im Chorus zitiert wird: „Ich sage Ihnen ganz ehrlich, ich tu mich damit schwer“. Auch wenn der Schöpfer an dieser Stelle wohl den Kampf mit  dem Teufel unwiderruflich verloren hat, bietet uns eine Kanzlerin Sookee an, dies doch dann wenigstens zu verbieten.

Sookee bleibt sich auf „Mortem & Makeup“ treu in ihrem Kampf gegen Diskriminierung, Fremdenhass und Homophobie, betrachtet sich aber auch selbstkritisch in „Die Freundin Von“, in der sie mit ihrer eigenen Vergangenheit abrechnet „…weil ich dachte, dass die Realität nicht ausreicht, hab ich meine Storys übertrieben…“. Wer kennt das nicht.

In „SSRI“ besingt sie die Probleme eines kranken Gesundheitssystems, das Menschen eher ruhig stellt, als sich mit ihnen zu befassen und lässt sich über absurde Verschwörungstheorien in „Bilderbücher Konferenz“ aus: „Vertraut mir, ihr solltet niemandem vertrauen.“

Und während die wunderbare Charlotte Brandi  (Me And My Drummer) in „Who Cares“ den Gesangspart zum Thema Care Work gibt, beschreibt Rapper-Kollege Grim104 in „You Only Die Once“ seine in sich wohnende Hölle.

Nach 13 Titeln mit kraftvollen, aufrüttelnden Hip-Hop Beats setzt das abschließende „Ruhe“ auch musikalisch einen Ruhepunkt und schläfert uns wieder ein: „Allein sein ist schön, allein sein tut weh“.

Genau Sookee, deswegen lass uns bitte nicht allein!

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