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Stella Sommer – Silence Wore A Silver Coat

Mit jeder ihrer Veröffentlichung gewann das künstlerische Werk von Stella Sommer bisher an Größe und Bedeutung, ihre dritte Soloausgabe entspricht dieser Entwicklung mit der Umfänglichkeit eines Doppelalbums (das übrigens nicht den Streamingdiensten zur Verfügung gestellt wird).

24 Songs, ausgewählt aus nicht weniger als 60, die sie für dieses Werk schrieb, von denen einige beim diesjährigen Reeperbahnfestival ihre Live-Premiere erlebten, und wie die Vorgänger auf „13 Kinds Of Happiness“ (dessen Schlussakkord ausgeklammert) bzw. „Northern Dancer“ allesamt englischsprachig sind, werden hier in Zeitlosigkeit gegossen.

Für die opulente Wucht, die das Klangbild der letzten Die-Heiterkeit-Platte prägte, ist dato kein Platz, sanft instrumentiert entschwinden Melodien in die Nischen der Arrangements, um Augenblicke später zum Thema zurückzukehren.

Es übernehmen Streicher mehr als nur die erste Geige, rascheln Becken im Hintergrund wie Herbstlaub, reihen sich Bläser und Chöre dezent in die Kompositionen ein, glitzern die Stücke „As Waterdrops On Leaves“ nach.

Ob dabei „A Body Of Strange Beauty“ Folk-Assoziationen weckt, „Under The Weeping Mulberry Tree“ oder „In My Darkness“ mit poppigem Esprit überzeugen oder „From The Edge Of A Dream“ voller harmonischer Eleganz schmeichelt – bei aller musikalischer Differenziertheit bleibt „Silence Wore A Silver Coat“ ein in sich stimmiges Hörerlebnis.

Dabei trägt das Klavier „Winter Queen (In Summer)“ und „Lily” so sicher durch die gedämpfte Atmosphäre, wie das Keyboard „Wild Patience“ zu seinem sanften Finale führt.

Die Dramaturgie von „Sorrow Had A Brother“ hat Ennio-Morricone-Attitüde, während „All Things Return“ eine Aura der Leichtigkeit umweht.

Was sich mit „A Single Thunder In November“ vorab ankündigte, verfestigt sich im Albumverlauf: es ist weniger von der aparten Kühle zu spüren, die die Künstlerin bei der Intonationen ihrer Lieder oft begleitet, ihre dunkle Stimme wirkt nahbarer, verleiht den Stücken eine anmutige bis melancholische, während “Known & Unknown” gar festliche, Stimmung.

Von „Selling Disappointment“ bleibt Stella Sommer auch mit „Silence Wore A Silver Coat“ Welten entfernt und bezaubert einmal mehr mit „A Special Kind Of Lostness“.

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