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Stella Sommer (Credit Manuel Gehrke)

Stella Sommer – 13 Kinds Of Happiness

„Hier kommt die Kälte“ heißt es im Opener von „Pop & Tod I + II“, der letzten Die-Heiterkeit-Platte. Der Gedanke daran hilft derzeit subjektiv durch die Hitze der Tage, alternativ umgibt man sich mit der unnahbaren Kühle, die Frontfrau Stella Sommer auch auf ihrem Solo-Debüt zu verbreiten versteht.

„13 Kinds Of Happiness“ enthält Glück in homöopathischen Dosen und wer es sich bis dato verkniff, im Zusammenhang mit ihrer Artikulation Andy Warhols Muse Nico als Referenz in Betracht zu ziehen, kommt spätestens nach dem Titeltrack zu Beginn schwer daran vorbei.

Auf eine nostalgietrunkene Zeitreise zu den großen Momenten der Christa Päffgen lässt sich das Album deshalb selbstverständlich nicht reduzieren, denn ob mit der Stammformation, als Gast bei Der Ringer oder als Halbling der charmanten Mausis – längst ist das Repertoire der Wahlberlinerin in Vielfalt erblüht.

Die Protagonistin bündelt, mit Support von u.a. Band-Kolleg*nnen Hanitra Wagner und Philipp Wulf, auf ihrem Album von der klaren Klavierlinie über poppige Leichtigkeit bis zum dunklen Melodram musikalisch all jenes, was ihrem bisherigen künstlerischen Werdegang entspricht.

Diesmal auf Englisch demonstriert die Sommer nachhaltig, zu welchen Facetten ihre markante Stimme in der Lage ist, und dass diese auch ohne andauernde nibelungenhafte Ernsthaftigkeit Texten Bedeutung verleihen kann.

Einmal vom Sog merkwürdiger Serotoninschübe erfasst, folgt man willig dem Gitarrenfolk von „We Love You To Death“, federt beschwingt auf dem Piano von „Light Winds“, begleitet „Do You Still Love Me Now?“ auf seinem Weg zum ganz großen Stück Popmusik.

Die Furche, die der Bass durch „Dark Princess, Dark Prince“ zieht, wird mit Krautrock gefüllt, „Collapse/Collapsing“ hat den funkigen Groove von „Dance The ECB“ der ehemaligen Label-Kollegen Ja, Panik an Bord, schweben Sommer und Dirk von Lowtzow im Duett als „Birds Of The Night“ in die Dämmerung.

Wenn sich „For A Loner“ und Co. fest in Ohr und Herz verkeilt haben, zieht „Hierhin Kommt Der Teufel“, der einzige deutschsprachige Titel, den Schlussstrich.

Selbst der Beelzebub wird zugeben müssen: Mit „13 Kinds Of Happiness“ hat Stella Sommer ein Album-Highlight des laufenden Kalenderjahr gesetzt.

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