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Yasmine Hamdan – Al Jamilat

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Man könnte meinen, Jim Jarmusch hat Yasmine Hamdan „entdeckt“. Seit dem Auftritt in der Bar kurz vor Ende von „Only Lovers Left Alive“ sieht und hört man sie immer öfter. Das ist aber nur die Sichtbarkeit in Europa.

In Ihrem Geburtsland Libanon hat sie bereits vor über 16 Jahren Furore gemacht. Damals hat sie mit ihrem Bruder zusammen die Band Soapkills gegründet und damit praktisch den lokalen Independent Underground eröffnet. Sie verarbeiteten ihre Jugend, durch den Krieg nie lange im selben Land. Musik, geprägt von westlicher Wut, kombiniert mit lokalen Wurzeln.

Danach arbeitete Yasmine in einigen Projekten mit namhaften westlichen Künstlern, legte dabei immer Wert auf ihre Wurzeln. 2012 dann das Debut-Solo-Album, später modifiziert neu aufgelegt unter dem Titel „Ya Nass“. Verhältnismäßig westlicher Independent-Sound mit orientalischen Einflüssen und konsequent arabischem Gesang. Thematisch gewebt um die Anleihen wichtiger arabischer Musikerinnen.

Nachdem sie in den letzten Jahren sehr viel live unterwegs war, kommt jetzt vier Jahre später ihr zweites Solo-Album „Al Jamilat“, „die Schönen“. Neues Team, neuer Sound, aber unverwechselbar Yasmine Hamdan.

Mit akustischer Instrumentierung geht es sehr folkig los. Der arabische Gesang unverkennbar Yasmine Hamdan, leicht treibend, dann wieder träumend, ungefähr so, wie sie sich im Video zu „La Ba’den“ präsentiert, nachdem sie sich selbstbewusst zwischen zwei größere Männer in den Aufzug gedrängt hat. Das Selbstbewusstsein als starke arabische Frau steht schon lange im Vordergrund ihres Schaffens.

Vom Sound her sind manche Stücke eine Weiterführung des „Ya Nass“-Sounds, andere gehen neue Wege. Das Portfolio der Instrumente wird deutlich erweitert. Elektronischer Rhythmus kommt deutlich häufiger zum Einsatz. Überdramatisierte Streicher erwecken stellenweise den Eindruck etwas banaler Filmmusik. Andere Stücke klingen wieder wie ein ferner Basar um die Ecke und führen hin zu orientalischen Tänzen, unterlegt mit ambienten Klängen.

Insgesamt schafft es die Platte, homogen inhomogen zu sein. Einerseits Yasmine Hamdan, andererseits austauschbar, fast belanglos. Ohne Vampire fehlt auch der Biss.

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