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Mew – Visuals – Ungreifbare Fantasten

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Das collagierte Wunderland für verträumte Fantasten: Ein flügelschlagender Schmetterling, der gerade noch fette Raupe war, flattert im Opener „Nothingness And No Regrets“ durch den Synthesizer, bevor ihn nach eineinhalb Minuten die imposanteren Wesen in Form von Schlagzeug und Gitarren ablösen.

Mew zelebrieren auf ihrem siebten Studioalbum erneut, was sie am besten können: Abseitigen Pop, der sich nicht immer um das vorangestellte Attribut „Art“ bemüht. Hier gilt wohlfühlen für Anspruchsvolle, Eingängigkeit für Geisteswissenschaftler, Musik zum Eindruck schinden, ohne jemanden damit zu überfahren. Die Creme gewordene Dosis Musik für normale Ohren, PH-neutral und nachhaltig.

Das Eindrücklichste an den Dänen war schon immer der Gesang von Jonas Bjerre. Die Stimme, die sich der Schwerkraft enthob und als Heliumballon um die Stratosphäre kreist – sie ist das Sahnehäubchen für Mews Alleinstellungsmerkmal.

Feinmaschige Synthesizer, breitwandige Gitarren, die gerne mal das Fuzz-Pedal zur Seite schieben, und druckvolle Bässe gibt es anderswo schließlich auch, wenngleich nicht immer so elegant, Bjerres stets kurz vor dem Falsett flirrender Elfengesang.

Und das ist gleichzeitig auch der entscheidende Kritikpunkt. Bei ihren Großtaten „There Are No More Stories Told…“ und „The Glass Handed Knites“ faszinierten Mew zusätzlich mit fordernden Rhythmen und verschachtelten Strukturen, die sich gerade deshalb für immer in der Hirnrinde festsetzten. Math-Pop sozusagen!

Mathematisch wird es auf „Visuals“ hingegen nur einmal. „Twist Quest“ lässt erst die Gitarren im Stile der frühen Foals und später die Bläser tanzen. Alles zu elektronischen Beats.

Ungewohnt hart bricht „Candy Pieces All Smeared Out“ los und versucht sich eher an der ruppigen Raffinesse von Biffy Clyro als an skandinavischem Dream-Pop. Spätestens im Chorus ist dann aber der Candy-Zucker zurück, der den zutraulicheren Kurs des Vorgängers „+/-„ fortsetzt, ohne irgendwas zu verkleben.

Überhaupt bleibt nur wenig kleben: Mew manifestieren sich mit „Visuals“ vielmehr als ungreifbare Fantasten, wie ihre Hörer. Und trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Tatsache, dass selbst nach mehreren Stunden mit „Visuals“ keine einzige Zeile einen Mitsumm-Charakter offenbart, läuft das immer wieder rein wie Öl.

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