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Echte Glücksmelancholiker. Taylor Kirk und seine Buddies schaffen es wie keine zweite Band, düsteren, melancholischen Sound in eine Sphäre der Glückseligkeit zu hieven.

Gleich welchen Kolorits, das letzte, famose Album „Hot Dreams“ war stark blues-geschwängert, das nun erscheinende sechste Studioalbum „Sincerely, Future Pollution“ trägt einen Eighties-Trenchcoat.

Timber Timbres entschleunigte Melancholie-Kaskaden sind nie bloß jammernde Wehklagen, ergießen sich nie in genreüblichem Selbstmitleid. Nein, Taylor Kirk schafft es, sein Liebesschmachten, seine Trauerarbeit, seinen Weltschmerz und seine Zukunftsskepsis erhaben und würdevoll, letztlich getragen von seltsam stolzen Glück erklingen zu lassen. Timber Timbres trauriger Folk macht nicht traurig.

So weit die Konstanten. Ansonsten geht „Sincerely, Future Pollution“ erfrischend neue Wege. In einem alten Schloss nahe Paris befinden sich die in Frankreich weithin bekannten La Frette Studios, in der auch schon Feist ein Album aufnahm. Frankreich ist ohnehin das Land, neben ihrer Heimat Kanada, in dem das Trio die größte Anhängerschaft akkumuliert.

Die Aufnahmesessions an der Seine standen ganz im Zeichen des dortigen Equipments. Synthesizer aus den glam-reichen Achtzigern und der die Dekade klangtechnisch kennzeichnende Drumcomputer LinnDrum erschaffen ein Timbre, dass allzu oft an Duran-Duran-Stimmungen, Phil-Collins-Momente und Roxy-Music-Coolness erinnert.

Sich dem hinzugeben macht großen Spaß. Timber Timbre bleiben eine melancholische Folk-Band mit Psychedelic-Einschlag. Mit ihrem sechsten Album aber zeigen sie eine erfrischend neue Seite, die das Glams, und die steht den Glücksmelancholikern aus Ontario sehr gut zu Gesicht.

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