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Druck lähmt mich – Aldous Harding im Interview

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Vor zwei Jahren sorgte die Neuseeländerin Aldous Harding mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums für großes Aufsehen in der heimatlichen Singer/Songwriter-Szene. Nun soll endlich auch der Rest der Welt davon überzeugt werden, dass man auch im fernen Ozeanien weiß, wie man klassische Liedermacher-Kunst gekonnt mit Indie-Folk vereint.

Mit ihrem zweiten Studioalbum „Party“ will Aldous nun den nächsten Schritt gehen. Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn ihr dabei nicht zahlreiche PJ Harvey-Anhänger begeistert zur Seite stehen. Wir trafen uns mit Aldous Harding in Berlin zum Interview und sprachen über vermeintliche Verwirrspiele, positive Neuausrichtungen und zu große Schubladen.

MusikBlog: Aldous, auf deinem neuen Album feierst du eine „Party“. Wen lädst du alles dazu ein?

Aldous Harding: (lacht) Man sollte den Titel nicht überbewerten. Er reflektiert den Gesamtsound des Albums nicht wirklich. Aber als ich den Song geschrieben habe, hatte ich sofort das Gefühl, dass der Titel auch gut zum Album passen würde. Das klingt vielleicht ein bisschen verwirrend. Aber es ist ein sehr prägnanter und simpler Titel. Und im Vergleich zu meinem ersten Album klingt das Gesamtmaterial des neuen Albums in meinen Ohren wesentlich klarer. Insofern passt der Albumtitel schon ganz gut, finde ich.

MusikBlog: Bist du generell ein Freund von Verwirrspielen?

Aldous Harding: Das kommt immer ganz drauf an. Manchmal mag ich es, wenn man erst einmal hinter die Fassade blicken muss, um Klarheit zu gewinnen. Dann gibt es aber auch wieder Momente im Leben, in denen ich froh bin, wenn der erste Eindruck Bestand hat.

MusikBlog: Ich möchte noch einmal auf meine Eingangsfrage zurückkommen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass PJ Harvey viel Spaß auf einer von dir ausgerichteten Party hätte. Was glaubst du?

Aldous Harding: Ich würde sie auf jeden Fall mit Kusshand herein bitten. (lacht)

MusikBlog: Demnach freust du dich über die Tatsache, dass dich viele Leute mit ihr vergleichen?

Aldous Harding: Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freue. Aber ich fühle mich natürlich geehrt. PJ Harvey ist eine Göttin, keine Frage. Es ist nur so, dass allzu groteske Vergleiche schnell dazu führen, dass Druck entsteht. Und mit Druck will ich mich eher nicht beschäftigen. Das würde mich nur lähmen. Fakt ist aber, dass ihre Musik meine große Rolle in meinem Leben spielt. Das lässt sich nicht von der Hand weisen. Aber ich stehe erst am Anfang. Wenn ich in zehn Jahren immer noch mit ihr verglichen werde, dann ist das vielleicht eine andere Sache. Aber im Moment ist mir diese Schublade noch zu groß.

MusikBlog: Du beschreibst das neue Album als ein musikalisch „klareres“ Werk. Woher kommt diese neue Zugänglichkeit?

Aldous Harding: Ich denke, dass sich mein Leben einfach etwas mehr entspannt hat. Ich bin nicht mehr die, die ich noch vor zwei Jahren war. Seitdem ist viel passiert. Ich war viel unterwegs und  habe viele neue Erfahrungen sammeln können. Ich bin irgendwie gelassener und reifer geworden. Und das überträgt sich natürlich auch auf die Musik.

Natürlich ist die Basis immer noch auf einem melancholischen Fundament gebettet. Aber insgesamt klingt das Album doch wesentlich positiver als mein Debütalbum. Keine Ahnung, das Leben führt mich einfach auf Pfade, die mir nicht im Vorfeld angekündigt werden. Und die Musik passt sich dementsprechend an. Wer weiß? Vielleicht wird das nächste Album wieder düsterer ausfallen. Vielleicht nehme ich aber auch wirklich mal ein Party-Album auf. Alles kann passieren.

MusikBlog: Auf den beiden Album-Tracks „Imagining My Man“ und „Swell Does The Skull“ singt Mike Hadreas, vielen besser bekannt als Perfume Genius, mit. Ihr wart auch schon mal gemeinsam auf Tour, richtig?

Aldous Harding: Ja, das stimmt. Das war auch die Zeit, in der wir beschlossen haben, irgendwann einmal etwas gemeinsam zu machen. Ich weiß noch genau, wie er mich mal nach einem Konzert zur Seite nahm und mir ins Ohr flüsterte, dass er „Swell Does The Skull“ liebe. Daran habe ich mich im letzten Jahr erinnert, und ihn daraufhin angerufen. Leider war er zu dieser Zeit wieder auf Tour, was ein gemeinsames Arbeiten im Studio unmöglich machte. Aber zum Glück ist die Technik mittlerweile so fortgeschritten, dass man auch zusammen Songs aufnehmen kann, ohne dabei in einem Raum stehen zu müssen.

MusikBlog: War das eher eine einmalige Sache? Oder könntest du dir vorstellen, in Zukunft mit weiteren Künstlern zusammenzuarbeiten?

Aldous Harding: Das kann ich mir nicht nur vorstellen. Das steht sogar ganz oben auf meiner To-do-Liste. Die Arbeit mit Mike war unglaublich inspirierend. Man erweitert seinen Horizont, wenn man sich auf andere Eindrücke einlässt. Das gefällt mir.

MusikBlog: Wen hättest du denn gerne mal an Bord, wenn du es dir aussuchen könntest?

Aldous Harding: Also, wenn ich die freie Auswahl hätte, dann würde ich mir gerne mal die Jungs von Future Islands ins Studio holen. Da hätte ich Lust drauf.

MusikBlog: Wie sieht’s mit Kate Bush oder PJ Harvey aus?

Aldous Harding: Hatte ich die Schubladengröße nicht schon erwähnt? (lacht) Im Ernst: Natürlich wäre das der Hammer. Kate Bush ist großartig. Und PJ Harvey hatten wir ja schon. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass da noch einiges passieren muss, ehe Künstler dieses Kalibers an meine Tür klopfen. Aber wenn, dann mache ich gerne auf.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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