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J. Bernardt (Credit Athos Burez)

J. Bernardt – Running Days – Auf Abwegen

Das Balthazar-Mastermind J. Bernardt alias Jinte Deprez bestreitet nach 13 Jahren erstmals Solopfade: „Nach all den Jahren innerhalb eines Band-Zyklus war es einfach mal an der Zeit für eine musikalische Veränderung“, so der Sänger, der den Großteil des Albums in seinem Haus in Gent aufnahm.

Mit einer fast schon penetranten Lässigkeit schiebt Bernardt all das Vergangene beiseite und chillt sich auf einer imaginären Hängematte liegend in Welten, in denen Soul, R’n’B und Hip-Hop das Sagen haben.

Die Indie-Vibes kriegen auf „Running Days“ kein einziges Bein in die Tür. Hier und heute im Sommer 2017 geht es dem Belgier vor allem um eine einzigartige Atmosphäre.

Einzelne Songs herauszupicken macht nur wenig Sinn. Die in der Regel weit über Single-Länge hinausgehenden Tracks verschmelzen zu einem großen Ganzen, das von eingestreuten Bläsern, hypnotisierenden Beats, pointierten Gospel-Chören und mystischen Vocals befeuert wird.

Zwischen lauwarm und heiß pendelnd präsentiert sich ein Sound-Paket, das Lichtjahre vom gewohnten Band-Kosmos entfernt ist. Für manch eingefleischten Balthazar-Anhänger mag das zu viel des Guten sein. Andere hingegen werden die künstlerische Metamorphose von Jinte Deprez aka J. Bernardt sicherlich abfeiern.

Fakt ist: Dieser Solo-Ausflug macht definitiv Sinn. „Running Days“ verdient sich den „Solo“-Button. Hier wurde nicht einfach nur ein zweites, gleichklingendes Standbein geschnitzt, sondern etwas grundlegend Neues kreiert.

Allein dafür spendet man als Hörer tosenden Applaus. Goed gedaan!

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