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The Drums – Abysmal Thoughts

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„Abysmal Thoughts“ heißt das neue Album von The Drums und bedeutet übersetzt so etwas Fröhliches wie: katastrophale oder schreckliche Gedanken. Wenn das nicht der Stoff ist, aus dem Gute-Laune-Songs gemacht sind, dann weiß ich es auch nicht.

Aber Spaß beiseite. Mit der neuen Platte präsentiert The Drums bereits ihr viertes Album, nur von der Band an sich ist nicht mehr viel übrig. Nachdem bereits Adam Kessler und Connor Hanwick die Band verlassen hatten, verkündete auch Jacob Graham, der zumindest am letzten Album „Encyclopedia“ mitwirkte, nicht länger dabei zu sein.

Allein zurück blieb damit Frontmann Jonathan Pierce – doch wie sagt man so schön: selbst ist der Mann. Pierce hat sich von dem akuten Bandschwund nicht beirren lassen und einfach weitergemacht.

Für „Abysmal Thoughts“ hat er nicht nur alle Songs geschrieben, sondern auch einfach mal alle Instrumente selbst eingespielt. Den Rest erledigte dann der Musikproduzent und Tontechniker Jonathan Schenke, der bereits bei Bands wie Girl Talk und The Men mitmischte.

Es überrascht bei dieser quasi Solonummer kaum, dass am Ende eine sehr persönliche Platte dabei heraus gekommen ist. In 12 Songs erzählt „Abysmal Thoughts“ melancholisch und überraschend hoffnungsvoll zugleich von Schmerz und Leid.

Grund dafür, so hat es Pierce in einem Interview verpackt, ist die Beständigkeit von Schmerz. Während Zufriedenheit, Glück könnte man auch sagen, so vergänglich wie ein Sitzplatz in der überfüllten Bahn ist, so andauernd sind leidbringende Erfahrungen. Und genau darin liegt ihr Vorzug – man kann sich auf sie verlassen.

Mit einer Sturm-und-Drang Manier widmet sich The Drums, beziehungsweise ihr einzig verbleibendes Mitglied Johnny Pierce, ganz persönlichen Erfahrungen.

Eingeleitet wird die Retrospektive auf das eigene Leben durch den Song „Mirror“, in dem es um die Suche nach sich selbst geht: „I look in the mirror when the sun goes down/ I ask myself, who are you now?“ Immer wieder wird die Zeile wiederholt und mit jeder Wiederholung gewinnt sie an Eindringlichkeit. Eine Antwort erwarten wir vergebens, aber das scheint auch nur ehrlich zu sein.

Trotz aller Persönlichkeit und Intimität, die The Drums in die Tracks gesteckt hat, bieten sie den Hörer*innen doch auch eine große Zugänglichkeit, denn irgendwie liegt allen eine universale Wahrheit oder zumindest ein bekanntes Gefühl zugrunde.

Wenn Pierce in „Blood Under My Belt“ halb flehend, halb froh jauchzend von unglücklicher Liebe und Herzschmerz singt, dann bleibt vermutlich kaum jemand völlig ungerührt.

Die Aussage, man habe sich verändert, hat jeder schon zu dem einen oder anderen Zeitpunkt gehört, wenn nicht sogar von sich gegeben. Wenngleich das vermutlich, so die pessimistische Stimme in mir, auch nur selten wirklich der Fall ist, so erfüllt uns doch die Vorstellung von Veränderung zumindest mit Hoffnung.

In „Abysmal Thoughts“ gehen die persönlichen und emotional aufgeladenen Texte eine enge Beziehung mit einer heiteren Klangkulisse ein, die dem gewohnten 50er-Surfpop-Sound von The Drums in nichts nachsteht. Besonders in „Heart Basel“ wirkt der jugendliche Charme der Band ungebrochen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich, zumindest musikalisch, in der letzten Zeit die Vergangenheit habe aufleben lassen, aber mich erinnert die Platte immer wieder an die Hochzeiten von The Cure. Vielleicht liegt meinem Empfinden aber auch eine Berechtigung zugrunde, schließlich haben Songs wie „Boys Don’t Cry“ bewiesen, wie beschwingt man über (Herz)Schmerz singen kann.

Wie einst The Cure bieten nun auch The Drums mit ihrem Album „Abysmal Thoughts“ die Möglichkeit, sich laut frohlockend das Leid von der Seele zu singen – das muss auch manchmal sein.

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