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Max Richard Leßmann (Credit Ingo Petramer)

Max Richard Leßmann – Liebe In Zeiten Der Follower

Max Richard Leßmann ist Frontmann der Indieband Vierkanttretlager. Dies muss man aber nur deshalb wissen, weil man sonst zu lange überlegt, woher einem die Stimme bekannt vorkommt.

Mit der Musik der Husumer Band hat das Soloalbum ihres Frontmannes dagegen nicht viel zu tun, außer vielleicht, wenn man sich das Element Of Crime Cover „Am Ende Denk Ich Immer Nur An Dich“ oder die wunderbare deutsche Version von „Where Do You Go To (My Lovely)“ anhört. Hier lässt sich die Spur zum nun vorgelegtem Soloprojekt zurückverfolgen.

„Liebe In Zeiten Der Follower“ ist eine Rückbesinnung auf eine Zeit, in der man noch nicht immer und überall erreichbar war, jederzeit reagieren, sich allen und jedem mitteilen musste oder vorgegeben bekam wie das Leben zu sein hat. Leßmann’s Texte erzählen im Offlinemodus von dem, was wirklich zählt, der Beziehung von nicht mehr als zwei Menschen, Liebe genannt.

Dazu swingt er sich gutgelaunt in die 20er Jahre zurück, biegt mal im Tangoschritt ab, gibt mit Bläsern eine Bigband oder huldigt dem Chanson. Das ist für Popmusik gleichsam schön wie ungewöhnlich, wobei es manchmal nur knapp am Schlager vorbei schrammt oder etwas zu sehr an Max Raabes „Küssen Kann Man Nicht Alleine“ erinnert.

Glaubt man der Promotion, war ein Gedicht, das Leßmann einst seiner Freundin schrieb, der Grund, daraus einen Song zu machen („Ich Wünschte“). Am besten gleich ein ganzes Album überlegte er sich dann zusammen mit Sebastian Madsen, der auch als Duettpartner in „Küssen“ zu hören ist. Küssen lässt er auf dem Album ohnehin gern und oft, sei es ohne „Lippenstift“ oder mit feuchten Küssen bei „Ein Lied Aus Dir“.

Daneben verbrennt er sein Geld im „Lavendelfeld“, auch „… Aktien und Hypotheken, weil man nur Luft und Liebe braucht“ (klugscheißend sei angemerkt, dass das Verbrennen von Hypotheken nicht zu einem sorgenfreien Leben führt, da sich Schulden so leider nicht vorzeitig tilgen lassen).

Er hinterlässt „Spuren Auf Dem Mond“, bemüht den ungewöhnlich klingenden, aber korrekten, Konjunktiv „Ich wünschte, dass ich niemanden mehr kennte“, um mit dessen Indikativ „Keine Langeweile“ zu kennen.

Zwischendurch betrinkt er sich, dabei skandiert er norddeutsch und mit seinem schönsten Lächeln: „Joo, Ich hab einen im Tee“. Er schwärmt von einer, die es ihm gleich tut und dazu noch so aussieht wie Brigitte Bardot („Sie Trinkt, Sie Raucht, Sie Riecht Gut“).

Ganz norddeutsch, ganz heimatverbunden, lässt er am Ende des Albums das Licht „Am Hafen“ brennen, dies hat er passenderweise am Samstag Abend auch gemeinsam mit Ina Müller bei „Inas Nacht“ getan.

Wir freuen uns jetzt schon auf sein zweites Album, das bereits in Planung ist, wie er uns im Interview verriet.

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