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Was zählt, ist der Moment – UNKLE im Interview

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Wer sich mit den Trip Hop-Wurzeln beschäftigt, der stolpert irgendwann zwangsläufig über den Namen James Lavelle. Als Mo Wax-Gründer zieht der in Oxford geborene Elektro-Nerd zwischen 1992 und 2004 die dicksten Strippen innerhalb eines Genres, das mit Bands wie Portishead, Massive Attack und Faithless zahlreiche Acts etablierte, die der Pop-Branche mit atmosphärischen Stilmitteln neues Leben einhauchten.

Während dieser Zeit entstand auch UNKLE, Lavelles ambitioniertes Musikprojekt, das in Zusammenarbeit mit Tim Goldsworthy und DJ Shadow auch in anderen Musik-Abteilungen für Aufsehen sorgte. Leute wie Thom Yorke, Richard Ashcroft und Mark Lanegan klopften an Lavelles Pforten.

Zwölf Jahre und fünf Alben später hat James Lavelle immer noch Hummeln im Hintern. Mittlerweile als alleiniger Kapitän auf dem UNKLE-Dampfer schippernd, verschickt er im Jahr 2016 wieder zahlreiche Einladungen in alle Himmelsrichtungen. Und abermals stehen Künstler aus allen Branchen Schlange. Mark Lanegan, Twiggy Ramirez, Andrew Innes, Keaton Henson, Elliott Power:

Sie alle wollen dabei sein, wenn James Lavelle mit „The Road: Part 1“ wieder zu seinen musikalischen Wurzeln zurückkehrt. Wir trafen uns mit James Lavelle in Berlin zum Interview und plauderten über Debütalbum-Gefühle und endlos lange Kollaborationslisten.

MusikBlog: James, der Titel des neuen UNKLE-Albums lässt vermuten, dass sich deine Fans auf eine größer angelegte musikalische Reise einstellen dürfen. Ist dem so?

James Lavelle: Ja, „The Road: Part 1“ ist nur der Anfang. Ich plane eine Trilogie.

MusikBlog: Wir sind ganz Ohr.

James Lavelle: (lacht) Über die Zukunft will ich noch nicht viel verraten. Was zählt, ist der Moment.

MusikBlog: Aber auch der hat’s ja schon in sich.

James Lavelle: Ja, das stimmt. Das neue Album fühlt sich unheimlich frisch an. Manchmal begleiten mich sogar Debütalbum-Gefühle. Ich meine, wir reden hier vom fünften UNKLE-Album. Das ist schon verrückt.

MusikBlog: Aber es ist das erste UNKLE-Album unter deiner alleinigen Schirmherrschaft.

James Lavelle: Ja, das ist auch der springende Punkt. Ich konnte mich vollends auf mich und meine Vorstellungen konzentrieren. Das ist natürlich ein ganz neuer Ansatz. Ich habe mich einfach zurückgelehnt und auf mein Bauchgefühl gehört. Und dabei entstand die Vision von einer Trilogie mit vielen spannenden Gästen.

MusikBlog: Gab es einen bestimmten Moment, in dem dir bewusst wurde, dass die Zeit für ein neues UNKLE-Album reif war? Oder war das eher ein Prozess?

James Lavelle: Ich denke, dass das Meltdown-Festival vor drei Jahren den Startschuss markierte. Wir haben damals mit UNKLE den Show-Reigen eröffnet und es waren viele Künstler mit am Start, die jetzt auch auf dem Album präsent sind.

MusikBlog: Und die Gästeliste ist wieder einmal beeindruckend. Mark Lanegan, Twiggy Ramirez, Andrew Innes, Keaton Henson, Elliott Power: Waren alle sofort Feuer und Flamme? Oder musste bei dem einen oder anderen Überzeugungsarbeit geleistet werden?

James Lavelle: Naja, diese Leute liegen ja nicht nur daheim auf der faulen Haut und warten darauf, dass jemand ihr Leben plant. Das musste schon alles organisiert werden. Aber letztlich hat es bei allen geklappt. Und darüber bin ich sehr happy.

MusikBlog: Inwieweit sind die Gäste dafür verantwortlich, dass der Sound wieder mehr in Richtung Anfangstage zielt?

James Lavelle: Jeder hat seinen Beitrag geleistet. Aber ich hatte schon vor den Kollaborationen das Bedürfnis, wieder mehr ‚back to the roots‘ zu gehen. Ich wollte die alten Londoner Zeiten wieder aufleben lassen. Gemeinsam mit den Einflüssen aus meiner L.A.-Zeit sollte eine Melange aus Alt und Neu entstehen. Ich glaube, dass wir das gut hinbekommen haben.

MusikBlog: Du hast schon mit so vielen Künstlern aus allen möglichen Branchen zusammengearbeitet. Gibt es eigentlich noch bis dato unerfüllte Kollaborationsträume?

James Lavelle: Ich bin sehr glücklich mit der bisherigen Ausbeute. (lacht) Aber sicher: Es gibt immer Leute, die einem im Kopf herumschwirren. Viele der Künstler, mit denen ich gerne mal was gemeinsam auf die Beine gestellt hätte, weilen leider nicht mehr unter uns.

MusikBlog: Wie sieht’s mit spannenden neuen Acts aus?

James Lavelle: Die Liste ist endlos. Es gibt so viele talentierte Musiker da draußen. Ich glaube nicht, dass ich irgendwann einmal zu Hause sitze und nicht weiß, wen ich kontaktieren könnte.

MusikBlog: Du genießt den Co-Founder-Status, wenn es um Trip-Hop geht. Unzählige Projekte wurden aufgrund deiner Mo Wax-Arbeit ins Leben gerufen. Wie definierst du deine Rolle, wenn es um das große Ganze geht?

James Lavelle: Ich würde mich da nicht so in den Vordergrund stellen. Wenn ich nicht gewesen wäre, hätten sicherlich andere Leute dafür gesorgt, dass Trip-Hop seinen Weg geht. Ein Genre gründet sich nicht auf dem Fundament einer einzelnen Person. Da steckt eine ganze Bewegung dahinter. Sicher, irgendwo wird immer das erste Licht angezündet. Aber ob ich das damals war? Keine Ahnung. Mir ist das nicht wichtig. Mir ist nur wichtig, dass die Szene lebt, dass ich ein neues Studioalbum am Start habe und dass die Leute damit ihre Freude haben.

MusikBlog: Sehr bescheiden.

James Lavelle: So sehe ich das nun mal.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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