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Ariel Pink – Dedicated To Bobby Jameson

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Sag mir, wem du dein Album widmest und ich sage dir, was dich gerade umtreibt. Hier also nun meine Diagnose zum neuen und elften Album von Ariel Marcus Rosenberg alias Ariel Pink.

Bobby Jameson gehört zu den tragischen Figuren der US-amerikanischen Pop-Geschichte: In den 1960ern kurz hochgejubelt, dann fallen gelassen, allerlei Süchten erlegen und fälschlicherweise für tot erklärt.

Genau diesem Singer/Songwriter hat der „Godfather of Chillwave“, wie Ariel Pink gern genannt wird, seinen neuen Longplayer gewidmet. Die 14 Songs auf „Dedicated to Bobby Jameson“ sind eine Mischung aus Liebes- und Lebensratschlägen inklusive einiger Fragen – und könnten vertonte Therapiesitzungen sein. Ariel Pink wohnt schließlich in Los Angeles, dem inoffiziellen Mekka von Psychologen und Tarotkartenlesern.

„Time To Meet Your God“ heißt der erste Track, auf dem gefordert wird: „Time to kill your god“. Aha, da ist wohl jemand Nietzsche begegnet. Der Opener ist kraftvoll und ich kann mir gut vorstellen, wie Ariel live bei „You, you, you“ ins Publikum zeigt und etwas wirr guckt.

Alle Songs auf „Dedicated To Bobby Jameson“ sind Lo-Fi-Nummern, da bildet auch „Feels Like Heaven“ keine Ausnahme. Der Song erinnert an den einzigen Hit „(Feels Like) Heaven“ von Fiction Factory aus dem Jahre 1984, ist aber keine Coverversion. In beiden Songs geht es allerdings um das gleiche Thema: Das gebrochene Herz nach einer Trennung. Abgerundet wird Pinks Nummer von einem Soundelement, das verdächtig nach Panflöte klingt.

In „Santa’s In The Closet“ singt Ariel Pink so gepresst wie sein Idol Robert Smith von The Cure. Auf ein düsteres Weihnachtsvideo in VHS-Qualität, unter der Regie von Tim Burton sollten wir hoffen.

Der Wunsch eines fast jeden Menschen ist es, auch über seinen Tod hinaus im Gedächtnis zu bleiben. Wie bitter muss es sein, für tot erklärt zu werden obwohl man noch lebt? „Me, myself and I, I try not to die“ singt Ariel Pink in dem Titelstück „Dedicated To Bobby Jameson“. Damit Ariel Pink auch ja nicht in Vergessenheit gerät, arbeitet er manisch an neuen Songs. Noch über 500 unveröffentlichte Lieder hat er im eigenen Archiv. Das vorliegende Album ist bereits die 21. Veröffentlichung, alle EPs mitgerechnet, in 15 Jahren.

Es gibt nur das Jetzt, so könnte die Erkenntnis der Noise-Ode „Time To Life“ lauten. Mit dem Buddhismus ist Ariel Pink wohl auch in Berührung gekommen. Mantraartig wird „Time to live, time for life“ wiederholt gesungen.

Wildes Orgelspiel erinnert in „Dreamdate Narcissist“ an The Doors und in „I Wanna Be Young“ klingt der Sänger wie ein gealtertes Botoxopfer aus West Hollywood.

Diagnose: Ein Workaholic reflektiert die großen Themen des Lebens (in Los Angeles) und arbeitet sie in Lo-Fi-Songs auf. Soundtechnisch ist „Dedicated To Bobby Jameson“ abwechslungsreich bis anstrengend, eben ziemlich arty. Danke für die Einblicke in die vielschichtige und verletzliche Künstlerseele.

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