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Ben Frost (Credit Salar Kheradpejouh)

Ben Frost – The Centre Cannot Hold – Lärmende Spannung

Also ich finde die schmalen Augen von Meg Ryan ja nicht besonders faszinierend. Tom Hanks ist da sicherlich anderer Meinung. Und Ben Frost scheinbar auch. Der in Australien geborene Wahl-Isländer widmet den ryanschen Sinnesorganen auf seinem neuen Album „The Centre Cannot Hold“ sogar einen kompletten Song („Meg Ryan Eyez“).

Was den bärtigen Composer und seinen Reglerdreher Steve Albini anno 2017 noch beschäftigt? Nun, neben blauen Hollywood-Augen ist es vor allem der besorgniserregende Status Quo unseres Planeten, der den beiden „The Centre Cannot Hold“-Verantwortlichen künstlerisch in die Karten spielt.

Bei so viel Chaos und Leid vor der Haustür reiben sich Sound-Nerds wie Frost und Albini natürlich genüsslich die Hände. Sicher, auch sie beten allabendlich für den Weltfrieden. Aber würde alles um sie herum blühen und gedeihen, würde wahrscheinlich nur halb so spektakuläre Musik dabei entstehen.

Mit gängigen Standard-Sounds hat Ben Frost nämlich nur wenig am Hut. Der Soundtrack zur bevorstehenden Apokalypse schält sich wie ein lärmender Kariesbohrer durch die heimischen Boxen.

Es fiept und kreist und sägt. Und es will auch nicht aufhören. Es bedarf schon einiges an Durchhaltevermögen, um dem hier servierten, elektronisch durch den Reißwolf gedrehten Noise-Feuerwerk die Stirn zu bieten.

Wer sich danach nicht zumindest kurzzeitig die Ohren kratzt, der beschäftigt sich entweder hauptberuflich mit akustischen Sound-Botschaften aus fremden Galaxien oder verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Testen von Flugzeug-Turbinen.

Laut ist es. Und auch ziemlich verstörend. Aber irgendwie auch spannend.

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