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Mount Kimbie – Love What Survives

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Sind die Verstärker defekt? Gibt es Probleme mit dem Stromkreis? Hat der WG-Mitbewohner wieder ungefragt am Bass gespielt? Nein, alles ist hier so gewollt. Mount Kimbie frönen auf „Love What Survives“ weiterhin eher unpolierten, knisternden Sounds. Auch, wenn es auf Album Nummer drei mittlerweile ein wenig softer zugeht.

Dabei präsentiert sich die Minimal-Band um Dominic Maker und Kai Campos experimenteller denn je. Schon der 2013 erschienene Vorgänger „Cold Spring Fault Less Youth“ deutete immer wieder Clubstrukturen an, um sich dann doch lieber in den Nebengassen Londons zu verlieren. Irgendwo zwischen Bar und Bordsteinkanten, irgendwo zwischen Blues-Straßenmusiker und Post-Dubstep-Party mit Kabelbruch.

Zugegeben: „Love What Survives“ wirkt in Gänze ein Level weichgespülter. Das liegt gar nicht mal allein an den zwei Kollaborationen mit dem hier eher nach dem Sänger von alt-J klingenden James Blake, sondern auch am Klavier-Interlude „Poison“ und dem traumwandlerischen „T.A.M.E.D.“, das Midtempo-Synthies mit ruppigem Basslauf verknüpft.

Doch dafür wird es mit King Krule wieder grantiger, der dieses Mal aber nur in „Blue Train Lines“ einen Gastauftritt hat. Und in „You Look Certain (I’m Not So Sure)“ stöpselt das Duo eine extra-schrammelige Gitarre ein, bei der die französische Sängerin Andrea Balency, die wohl gerne Triangel-Ohrringe trägt, zu einem hypnotisch anmutenden Refrain ausholt.

Wobei: Ist es ein Refrain? Hat der Song überhaupt ein Zentrum? Oder sollte man doch lieber von Tracks sprechen? Doch aus dem Rechner kommt ja eigentlich gar nicht viel. Im Grunde werden ja nur „echte“ Instrumente bedient. Oder etwa nicht?

Fest steht: Eine, das sind Maker und Campos mehr denn je. Als Mount Kimbie betreiben sie ein Laboratorium, in dem neben Techno-Überresten jetzt auch mit afrikanisch anmutenden Polyrhythmen („Marilyn“) und Krautrock („Four Years One Day“) experimentiert wird.

Ein Album, so progressiv und stimmungsreich wie eine dieser 20-Zimmer-WGs in London.

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