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King Krule – The Ooz

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Archy und seine famose Nachtmusik. Mit 19 Jahren schockierte ein hagerer, schüchterner Rotschopf die Musikwelt und veröffentlichte ein blues-jazz-rap-geschwängertes Hybrid-Album, das die Popwelt um eine einmalige Nachtmusik-Anekdote erweiterte und für das andere Musiker ihr ganzes Leben lang den Blues anbeten müssen.

Lange war seitdem Funkstille bezüglich King Krule beim rampenlichtscheuen Sohn einer Londoner Künstlerin. Stattdessen gab es krude Auftritte unter seinen vielen anderen Aliassen – als DJ in Boilerrooms und anderen Plätzen, an denen man einen jungen Mann, der den Blues in sich trägt, nicht erwarten würde.

Auf Soundcloud, Bandcamp und Co. tobte sich Archy Marshall schnipselweise aus, mit so drolligen Monikers wie Edgar The Beatmaker, The Return Of Pimp Shrimp, Zoo Kid oder DJ JD Sports.

Dann, wie immer aus dem Nichts, plötzlich ein Mixed-Media-Projekt mit seinem Bruder: „A New Place To Drown“, ein 208-Seiten umfassendes Buch aus Fotografien, Lyrik und Collagen der künstlerischen Brüder und ihrer Süd-Londoner Heimat, welches lediglich begleitet wurde vom gleichnamigen Album Archys und nicht sein „Solo-Album Debüt“ darstellte.

Umtriebig führte ihn schließlich seine Tatkraft zurück zu King Krule, zurück zu seinem wunderbar eigentümlichen Blues-Jazz-Rap-Gebräu. Und wieder weiß „The Ooz“ – ein Album, das natürlich nur scheinbar die unschönen Körperabsonderungen im thematischen Gedenken trägt – sich erst bei eingehender Betrachtung zu erschließen.

Oberflächlich und ungenau zu Gemüte geführt, erklingt King Krules Musik erratisch, verrückt und irgendwie unschön. Erst bei eingehender Beschäftigung, erst mit Sonnenuntergang und der Ruhe des innehaltenden Augenblicks, eröffnet sich die Magie hinter den abgehackten Blues-Riffs, den störrischen Trompeten-Intermezzi im Hintergrund und den betrunken vor sich hin polternden Beats.

Und vor allem erhellen sich die gesprochenen, gesungenen, gemurmelten und geschrienen Wortfetzen zu einem faszinierenden Lyrik-Gemälde. King Krules Musik ist Kunst im besten Wortsinne – dabei unprätentiös und ohne Eitelkeiten.

Aber man muss sich selbst dafür zur Ruhe begeben. Die Antennen auf den richtigen Empfang stellen, die Nacht in der Stadt die Oberhand gewinnen lassen. Dann zeigt dir King Krule den Weg, betrunken nachts, ganz allein und mit einigen Sorgen und Problemen im Kopf, aber dennoch seltsam glücklich, nach Hause zu wanken, holpernd aber zielsicher, einen Zauber im Herzen tragend.

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