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Soja – Poetry In Motion

RubrikAlben
Künstler*inSOJA
GenresReggae

Allzu leicht assoziieren sich mit Reggea-Tönen Sommer, Sonne und laue Strandabende. Mit diesen Klischees haben Menschen, die im Bob Marley Genre unterwegs sind, meist wenig am Hut. Ihr Anspruch an die Musik ist vor allen Dingen durch inhaltliche Tiefe geprägt.

So auch SOJA. Deren griffige Mischung aus dem jamaikanische Grundrhythmus, Latin-Sounds, Hip-Hop, Pop und Rock, in die von jeher soziale Verantwortung eingepreist war, bescherte ihnen zuletzt für „Live In Virginia“ eine Grammy-Nominierung.

Diverse Gäste hatten sie sich zuvor auf dem letzten Studioalbum „Amid The Noise And Haste“ eingeladen, „Poetry In Motion“ speckt nun ab. Keine zusätzlichen Künstler, die der Musik zusätzlich Personality aufdrücken, sind dabei. Die Platte soll SOJA wieder zu jenen Wurzeln führen, aus denen ihre urwüchsige Liebe zur eigenen Soundvorstellung wuchs.

Zurückgezogen in das Hallowed Recording Studio in Charlottesville ließ sich der ursprüngliche rote musikalische Faden der 8-köpfigen Truppe im immerhin inzwischen zwanzigsten Jahr ihres Bestehens in aller Ruhe wiederfinden.

Thematische Grundidee war, die Menschheit als Verwalter der Schöpfung in die Verantwortung zu nehmen. Vom Einsteiger „Moving Stones“ weg entwickeln sich elf lebensbejahende Songs zwischen Hoffen, Weisheit, Zuversicht und Humanismus.

Es sind emotionale Geschichten, die dem Albumtitel entsprechend auf sanften Reggea-Wellen mit Ska-Bläsergruppen Antrieb dahingleiten. „I Can`t Stop Dreaming“ singt Frontmann Jacob Hemphill – Träume von einer besseren Welt bleiben zeitlos.

Karibische Momenten gibt es zu entdecken, hier und da ein Schatten Dancehall. Rar bleiben indes Rhythmuswechsel. Von den zwischenzeitlichen Längen ein wenig eingelullt, erschrecken die eingrätschenden Gitarren von „Bad News“ umso mehr, die wiederum ein Schlussdrittel mit Biss und Variation einläuten.

Hier wird in „To Whom It May Concern“ der Concious-Rap gepflegt, in „Sing To Me“ die Mundharmonika gezückt, um den Country/Reggea Clash zu probieren, bevor mit „I Found You“ alles auf einer ganz persönlichen Ebene ausklingt.

„Poetry In Motion“ ist Roots-Reggae ohne viel Schnickschnack, dafür mit umso mehr Attitüde.

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