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St. Vincent – Masseduction -(K)Eine Ode an Cara?

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St. Vincent ist zurück und mit ihr ein bunter Blumenstrauß an Themen, die auf jedes anständige Rock-Album und in die Spalten der Boulevardpresse gehören. Auf „Masseduction“ geht es um Pillen für und gegen alles, wilde Sexfantasien sowie gebrochene Herzen in großen Städten.

Annie Clark, wie St. Vincent mit bürgerlichem Namen heißt, ist eine Künstlerin, wie sie im Buche steht: Etwas entrückt und sehr hübsch, zwischen den Metropolen der westlichen Welt pendelnd und oftmals in illustrer Gesellschaft. Beim neuen Album hat der Lebensgefährte von Lena Dunham, der gefragte Produzent Jack Antonoff, mitgearbeitet.

Dem breiten Publikum dürfte St. Vincent durch ihre Beziehungen zu Schauspielerin Kristen Stewart und dem Supermodel Cara Delevingne bekannt sein. Von eben dieser Liaison zur Britin Delevingne, die im letzten Sommer ihr Ende fand, scheinen einige Songs auf „Masseduction“ zu handeln. „I have lost a hero, I have lost a friend“ singt sie ganz sentimental in „New York“. In einem Interview bestätigte die Musikerin, dass der Song sehr wahrscheinlich von Cara handelt.

Das sechste Album der gebürtigen Texanerin lässt sich grob in zwei Sorten von Tracks einteilen: Ruhigere Songs wie eben jener „New York“ oder auch „Slow Disco“ oder das sphärische „Happy Birthday Johnny“.

Auf dem Titeltrack „Masseduction“ stöhnt Annie, wie es sonst nur Kylie Minogue vorbehalten ist. Unterstrichen wird das Gestöhne und Gekiekse von einer kreischenden E-Gitarre. In „Savior“ wird die Musikerin noch expliziter und berichtet von ihrer Vorliebe für Leder sowie Krankenschwester-Outfits.

Von Donna Summer könnte der Beat auf „Sugarboy“ inspiriert sein – nur eben ohne jeden Boogie, der St. Vincent-Song klingt viel getriebener. Abwechselnd singt ein Chor „Boys“ oder „Girls“ und St. Vincent singt jedes mal verzerrt darüber „I am a lot like you“. Gendergrenzen verschwimmen und Sexualität ist fluide. „Sugarboy“ könnte zukünftig Teil von Drag-Performances weltweit werden, das Potential hat er absolut.

Dass der Umgang mit der großen Freiheit nicht immer einfach ist, beweist der Song „Pills“. In der Popnummer, die sofort ins Ohr geht, zählt St. Vincent auf, gegen was es alles Pillen gibt: Gegen Schlaflosigkeit, sexuelle Lustlosigkeit, Schmerzen usw. usw. Die sonorigen Backing Vocals singt Supermodel Cara und sie macht ihren Job richtig gut. Auch der Bruch im Song ist super, ich sage nur: Saxophon-Extase.

Auf „Masseduction“ gibt es viel zu entdecken, da die 13 Songs vielschichtig angelegt sind. Für jede Stimmung ist etwas dabei: Tracks zum Tanzen und Lieder für melancholische Momente.

Und ja, es gibt auch viel zu spekulieren, z.B. in welchem Song St. Vincent wohl auf welche Ex-Freundin anspielt. Vielleicht ist die gesamte Platte auch eine Ode an Cara Delevingne, oder?

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