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Health – Rat Wars

Die ersten Gitarrenriffs von „Demigods“, dem Einsteiger in die neue Health-Platte “Rat Wars”, wissen Dunkles zu berichten, und es scheint Peter Steeles Geist persönlich, der hier für ein paar Type-O-Negative-Momente in die Saiten greift.

Die drei Kalifornier waren indes seit jeher breiter aufgestellt, um nur bei Metal-Freund*innen zu punkten, hat es die Band doch seit den Nullerjahren geschafft, ihre düsteren Soundflächen zwischen Dark-Rock und Industrial im tanzbaren Alternative-Sektor zu etablieren, wo Health-Tracks in illustrer Gesellschaft derer von Nine Inch Nails oder Death From Above 1979 für Bewegung sorgen.

Auf den letzten beiden Ausgaben verfeinerten Benjamin Jared Miller, Jake Duzsik und John Famiglietti ihr Agreement mit elektronischen Beats noch weiter, haben die Featuregäste dieser Longplayer Spuren hinterlassen, waren etwa Poppy und Xiu Xiu geladen, um zum formvollendeten Genre-Clash auf lichtscheuem Grundtenor beizutragen.

Disco4::Part II“ aus dem letzten Jahr war, wie auch sein Vorgänger, ursprünglich als Brücke zwischen „Vol. 4 Slaves Of Fear“ von 2019 und dem nun erscheinenden „Rat Wars“ konzipiert, haben beide Veröffentlichungen diese Rolle mehr als nur erfüllt und Spuren in das neue Werk hineingetragen.

Druckvoll werden die aktuellen Arrangements durch den Elektro-Katalysator gejagt, was in synthetischen Passagen zu einem melodiösen Ergebnis führt, dabei den organischen Anteil gewohnt präzise einbindet.

Zum kompakten Gesamteindruck trugen dato Godflesh-Samples, Willie Adler von der Metal-Band Lamb Of God an der Elektrischen und die spanische Electronica-Künstlerin Sierra bei.

Dysphorisch dräut „The Future Of Hell“ vor einer Die-Krupps-Klangkulisse, blickt „Hateful“ beim Ausflug über den EBM-Floor tief ins Abgründige, preisen die Protagonisten in die furiosen drei Minuten von „Children Of Sorrow“ alles ein, womit sie sich einst ihre Fanbase erspielten.

Stoisch zermalmt „Sicko“ Harmonien, scheut das hämmernde „DSM-V“ nicht, dem Pop offensive Avancen zu machen, und kommt das Album, eingebettet in den schwebenden Hall, mit „Don`t Try“ zum Cooldown. Der sei Health nach der vorangegangenen Tour de Force auch gegönnt.

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