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Black Rebel Motorcycle Club – Live in der Columbiahalle, Berlin

Eine der besten Livebands der Gegenwart sollen sie sein, wird ihnen immer wieder von verschiedenen Seiten nachgesagt. Dass der Black Rebel Motorcycle Club nach langer Pause im neuen Jahr mit ihrem siebenten Studioalbum (Sorry, Wikipedia, aber „The Effects Of 333“ ist kein vollwertiges Studioalbum, es ist ein Experiment-Release) zurückkehren wird und bereits kurz vorab zu einer ausgedehnten Welttournee aufbricht, sieht diesen Workaholics zwar einerseits ähnlich, ist aber keine Selbstverständlichkeit.

Drummerin Leah Shapiro erkrankte während der Tour zum letzten Album „Specter At The Feast“ 2014 derart ernsthaft, dass eine teure und gefährliche Gehirnoperation notwendig wurde. Crowdfunding und hoffnungsvolles Bangen haben geholfen, und Leah konnte schon recht schnell wieder für einzelne Festivals-Auftritte und kurze Herbst-Tourneen voll belastbar sein.

Aber die typischen monatelangen Tourneen einer Band, die wie selbstverständlich nie unter zwei Stunden spielt, gab es zwei gute Jahre nicht mehr. Als wäre die band- und lebensbedrohliche Erkrankung nie gewesen, touren BRMC nun wieder wie manisch durch jede nord- und südamerikanische Metropole, jede europäische Stadt, die ihre Clubhallen-Tore für sie öffnet. Und das, obwohl ihr neues Album „Wrong Creatures“ erst am 12. Januar nächsten Jahres erscheinen wird.

Ich sollte an dieser Stelle nicht damit hinter dem Berg halten, dass dies mein viertes BRMC-Konzert war, und meine überaus persönliche Meinung selbstverständlich zutiefst bestätigt wurde. Nämlich, dass ich sie für eine der wichtigsten Rock-Bands der Gegenwart halte.

Ihr zwischen lautem Garage- und Noise-Rock und country-bluesig angehauchtem Americana-Folk hin und her schwankender Sound mag eine Dauerreminiszenz an alte Rock-Zeiten sein, verstärker-übersteuert, motorrad-gang-klischeehaft und viril – was Robert Levon Been und Peter Hayes seit Tag eins ihrer Bandgründung im Jahre 1998 mit BRMC abliefern, machen sie mit einhundertprozentiger Hingabe und Leidenschaft.

Das ist und wird immer auf Dauer mehr Wert sein als aller Wille zur zukunftsgläubigen musikalischen Avantgarde. Und so ging auch der gestrige Abend mal wieder über zwei Stunden – 24 Stücke stark, davon sechs Mal das neue Album, sechs Mal das Fan- und Kritikerliebling-Debüt, der Rest verteilte sich auf die übrigen Alben.

Und heute wird in einer anderen Stadt dasselbe geschehen und übermorgen in der nächsten. Peter Hayes, Robert Levon Been und Leah Shapiro sei Dank, ist Rock’n’Roll alles andere als tot.

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