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Black Rebel Motorcycle Club – Live In Paris – Zwei Seiten

Live-Alben. Früher wurden sie von Bands gerne mal gemacht, um aus diversen Gründen Zeit für’s nächste Studioalbum zu gewinnen. Oder von Plattenfirmen, die auf der Suche nach ein paar Dollars mehr die lukrative Balance von Produktionskosten und Verdienst zu schätzen wussten. Heute sind Live-Alben eher nur noch Anhängsel und Nebenprodukt von gefilmten Live-Mitschnitten. Zur DVD wird meist auch noch der Audio-Mitschnitt auf CD mitgeliefert.

So auch bei Black Rebel Motorcycle Club. Im 17. Jahr seines Bestehens veröffentlicht das Trio aus San Francisco mit “Live In Paris” jetzt allerdings schon sein drittes Live-Album. Bestehend aus einer Doppel-CD und einer DVD gibt es eine komplette Show der Band, die am 24.02.2014 im Theatre Trianon in Paris aufgezeichnet wurde. Damals tourten BRMC mit ihrem aktuellen Album „Specter At The Feast“ durch ausverkaufte Hallen.

Auf dem Album liegt dann auch der Schwerpunkt des Abends. Es wird komplett und in der genauen Abfolge der Songs von Anfang bis Ende durchgespielt. Für ein Live-Album ist „Specter At The Feast“ eigentlich eine ungewöhnliche Wahl, denn das Album ist beeinflusst durch den Tod von Michael Been. Been war der Vater von BMRC-Sänger/Bassist Robert Levon Been und hatte als Sänger und Gitarrist von The Call ebenfalls eine recht beachtliche Karriere hinter sich. Seit den Anfangstagen hatte er die Band immer intensiv unterstützt.

Dementsprechend sind die Stücke des Albums eher düster, introspektiv und melancholisch. Nur in der zweiten Hälfte wird es mit „Rival“, Teenage Disease“ und „Hate The Taste“ lauter und härter. Die Paris-Performance fängt die in sich gekehrte Atmosphäre des Albums sehr gut ein. Groß variiert werden die Stücke zwar nicht, aber Black Rebel Motorcycle Club verstehen es, sie durch ihren intensiven Vortrag auch live spannend umzusetzen. Auf alle Fälle zeigt die Band, dass sie einige Nuancen mehr zu bieten hat. Was im Schatten ihrer bekannteren straight rockenden Seite gerne mal überhört wird.

Im zweiten Teil des Konzerts wird dann das Gaspedal stärker durchgetreten. Hierfür hatten Black Rebel Motorcycle Club im Fundus ihrer vorangegangenen sechs Alben gewühlt und ein Set zusammengestellt, das stimmungsmäßig ein Gegengewicht zu den „Specter At The Feast“-Stücken bildet. Munter wird hier durch Bandklassiker wie „Ain’t No Easy Way“, „Stop“, „Spread Your Love“ und „Whatever Happened To My Rock And Roll“ gerockt. Auch Albumhighlights wie „Berlin“, „Conscience Killer“ und „White Palms“ kommen nicht zu kurz.

Der auf der DVD enthaltene Konzertfilm von Bartleberry Logan gewann übrigens den UK Music Award in der Kategorie “Best Live Concert Film”. Zusätzlich gibt es auch noch die Backstage-Dokumentation „33.3%“.

Mit 24 Stücken ist „Live In Paris“ natürlich schon etwas üppig. Aber man wird das Album auch nicht unbedingt immer komplett durchhören wollen, sondern sich je nach Stimmung eine von den beiden Konzerthälften raussuchen. Unter dem Strich zeigt „Live In Paris“, dass Black Rebel Motorcycle Club nach wie vor eine vielseitige, dynamisch rockende Band sind.

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