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Future Islands – Live in der Theaterfabrik, München

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Future Islands werden als eine der besten Live-Bands beschrieben und das absolut zu Recht, wovon man sich auf ihrer derzeitigen, lang ausverkauften „The Far Field„-Tour überzeugen konnte, gestern in der Theaterfabrik.

Die Einheizer Zack Mexico spielen etwas zu lang, aber stimmen gut ein und machen zeitweise richtig schnellen, rockigen Lärm. Nach langer Umbaupause mit passender Dan Deacon Untermalung, und zu bereits fortgeschrittener Stunde kommt dann Samuel T. Herring mit seinen Bandmitgliedern auf die Bühne.

Er begrüßt kurz das Münchner Publikum, bevor er mit „I’m gonna shut up now, let’s play some music“ die Show beginnt. Und diese Musik scheint Samuel in der Tat wichtiger als alles andere zu sein, so wie er performt und mit seiner Bühenpräsenz seine Bandkollegen zu Instrumenten-Statisten reduziert.

Die komplette vordere Bühnenhälfte ist für den Sänger reserviert und Samuel braucht auch den Raum, so wie er ständig von einer Seite zur anderen in Bewegung ist, mit unvermittelten wilden Sprüngen, einmal sogar mit Anlauf flach auf dem Bauch landend. Immer wieder holt er mit der Faust im Anschlag aus und schlägt sich so stark auf die Brust, dass man Angst, er würde gleich nach hinten umfallen.

Sam Herring ist in bedeutsamer Mission unterwegs. Die großen Gesten, als gelte es, mit seinen Songs die Welt zu verändern und sein agitatorisches, um Zustimmung heischendes Zugehen auf das Publikum, als wollte er auch dem Letzten einhämmern, dass es bei diesem Konzert um etwas ganz Besonderes geht. Wer vermag es, sich einem solchen physischen, etwas unheimlichen Charisma zu entziehen?

Aber nicht nur ein großes Herzensanliegen scheint ihm seine Musik zu sein, sondern wohl auch ein Stück Selbsttherapie. Während des Gesangs verfällt Hobby-Rapper Herring immer wieder in sein typisches Death-Metal-Growling, was meist spontan passieren zu scheint. Auch seine Motorik scheint nicht immer vollständig kontrolliert.

Der Mann ist ständig in Bewegung, nur die Geschwindigkeit ändert sich. Wenn er nicht wild hin und her oder hoch und runter springt, tanzt er mit tiefen Bewegungen seinen ihm eigenen Stil, für den er früher in der Schuldisco sicher einigen Spott erntete. Nur selten unterbricht er die Bühnendynamik, um – am vordersten Bühnenrand kauernd – eindringlich auf die Zuschauer der ersten Reihen einzusingen.

Eine solche Show würde auch gut oder vielleicht besser zu einer Hardcore-Band passen, insbesondere Gerrit Welmers‘ einfachen Keyboardtöne, die klingen wie aus einem Atari-Computer, wollen nicht so recht zu der überragenden Performance des Frontmannes passen. Aber Synth-Pop, der sich live wie Rock anfühlt, ist nun mal das Genre von Future Islands und wohl auch dafür verantwortlich, dass sie nun nicht mehr vor 8-10 Leuten spielen, wie sich Sam Herring erinnert.

Nach ein­ein­halb Stunden beendet Herring mit triefend durchgeschwitztem Hemd dieses überragende Ereignis mit „Thank you so much, it was fucking beautiful“. Dem bleibt absolut nichts mehr hinzuzufügen.

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