Queens Of The Stone Age – Live im Zenith, München

Tausendsassa Josh Homme, der neben seinem Hauptprojekt Queens Of The Stone Age auch die Eagles Of Death Metal gründete, an Iggy Pops letzter Platte “Post Pop Depression” mitwirkte, und noch einige andere Nebenprojekte hatte, ist neben Ty Segall zweifelsohne der einzig verbliebene Retter des Rock ’n’ Roll.

Das bewies er uns gestern wieder beim QOTSA Konzert im (diesmal tatsächlich ausverkauften und nicht abgeteilten) Zenith in München.

Mit dem Einspieler “Walk The Night” von den Skatt Brothers erhellt sich die von allen Seiten mit großen Scheinwerfern – mit denen man auch problemlos die Allianz Arena hätte erleuchten können – eingerahmte Bühne. Auf dieser selbst verteilt sind drei Meter hohe, flexible Leuchtstäbe, die im späteren Verlauf gern mal von Bandmitgliedern umgetreten werden und dann lange hin- und herpendeln.

Die Band kommt und es geht los mit “If I Had A Tail” vom vorletzten Album “…Like Clockwork“. Homme erklärt dann dem Publikum “I’m here for you, to do everything for you, so you can remember this as a great night” und das nimmt man ihm voll ab. Viel zu tun, um das zu erreichen, muss er jedoch nicht, außer zu spielen.

Den Rest erledigen die Zuschauer, die das Gitarrenriff von “No One Knows” (übrigens mit einem großartigen Drum-Solo von Jon Theodore) mit lautem “Bap da da dap, bap da da dap” begleiten und bei “Make It Wit Chu” den Refraingesang Troy Van Leeuwen und Michael Shuman vollständig abnehmen. Überall bilden sich kleine Moshpits und die Security hat mit dem Aufnehmen der Crowdsurfer am Bühnengraben ziemlich gut zu tun.

Das bringt Kettenraucher Josh Homme (für den kürzlich bei 1Live einige Klimmzüge unternommen wurden, um eine Rauchermöglichkeit im Studio zu ermöglichen und der sich auch auf der Zenith-Bühne eine nach der anderen ansteckt) zu der Aussage (“ohne ein Arschloch sein zu wollen”), dass das Münchner Publikum nicht nur “fucking wonderful”, sondern auch viel besser sei als das am Abend vorher (in Oberhausen). Dann wiederholt er, dass er hier ist, um uns allen einen phantastischen Abend zu bereiten.

Das hat er auf jeden Fall geschafft und uns auch ein Stück weit den Glauben zurückgegeben, dass der Rock ‘n’ Roll die Welt ein bisschen besser machen kann.

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Eine Antwort

  1. Auf den Punkt. Würden wir in den 60ern leben wäre an eine Mauer auf dem Weg zur U-Bahn nach dem Gig ein “Homme ist Gott” zu lesen gewesen. Nicht dass ich Homme mit Clapton vergleichen wollte, dass wäre albern. Aber was für ein Auftritt, was für eine Show, wie perfekt, wie lässig und sympathisch – alleine schon den über 1,90-Homme singen, spielen und tanzen zu sehen ist die absolute Schau. Und das überträgt sich auch auf das Publikum. Definitv oben unter den Top10 der Konzerte, die ich besucht habe. Dazu war der Sound im Zenith ausnahmsweise wirklich gut, nicht zu laut und übersteuert, wie z.B. noch vier Tage vorher bei Royal Blood, wonach mir schwer die Ohren gesummt haben. Und zwar trotz Ohrschutz, den ich mir bei Quotsa gut sparen konnte.

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