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EDEN (Credit Universal Music)

Damit wollte ich nichts zu tun haben – EDEN im Interview

In Zeiten, in denen jeder x-beliebige Hobby-Musikant via Internet globale Sound-Ausrufe- und Fragezeichen setzen kann, haben es ambitionierte Newcomer mit Talent schwerer denn je. Der Markt ist völlig übersättigt. Nur den Wenigsten gelingt der Sprung über den Tellerrand. Auch Jonathan Ng alias Eden tingelte jahrelang auf Elektro-Landstraßen, ehe sich Lorde in den Track „Sex“ verliebte.

Danach ging alles ziemlich schnell. Die Lorde-Liebesbekundung via Facebook katapultierte Eden praktisch über Nacht ins Pop-Rampenlicht. Die Folge: Edens EP „End Credits“ ging durch die Decke. Auch live griff plötzlich ein Rädchen ins andere. Nach einer ausverkauften Tour durch Europa und Nordamerika und über 50 Millionen Spotify-Streams, steht für Eden nun die nächste Challenge an: die Veröffentlichung seines Debütalbums „vertigo„. Im Zuge der Promo für seinen ersten Longplayer trafen wir uns mit Eden zum Interview und plauderten über unbändige Vorfreude, kontrolliertes Ich-AG-Arbeiten und musikalische Helden.

MusikBlog: Eden, nach Jahren im stillen Kämmerlein ist es nun endlich soweit: In wenigen Wochen erscheint dein Debütalbum „vertigo“. Wie fühlt sich das an?

Eden: Ich kann das Gefühl der Vorfreude gar nicht in Worte fassen. Ich meine, wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht erst seit gestern Musik mache. Ich sitze da wirklich schon lange dran. Und ich habe auch schon viel gesehen und erlebt. Aber das Debütalbum ist schon etwas ganz Besonderes, ganz klar.

MusikBlog: Gab es für dich einen bestimmten Kickstarter-Moment?

Eden: Das ist schwer zu beantworten. Sicher, es gab einige Situationen, die irgendwie „over the top“ waren. Aber im Großen und Ganzen blicke ich auf eine gesunde Entwicklung zurück. Eden ist kontinuierlich gewachsen. Es gab keinen besonderen Moment, mit dem der Schalter von Hobby zu Beruf umgelegt wurde. Das Ganze hat sich stetig entwickelt. Und da bin ich auch sehr froh drüber.

MusikBlog: War die Lorde-Adelung via Facebook dein bisher größter „Over-the-top-Moment“?

Eden: Das war schon ziemlich surreal. (lacht) So ein Feedback erhält man schließlich nicht alle Tage. Aber es gab in den vergangenen zwei Jahren auch noch viele andere spannende Erfahrungen. Ich weiß noch, wie ich kurz vor der Veröffentlichung von „End Credits“ von der Uni kam und auf einmal jedes mir bekannte Label auf der Matte stand.

MusikBlog: Das war für jemanden wie dich, der seine „Hausaufgaben“ lieber im Alleingang erledigt, bestimmt nicht ganz so einfach.

Eden: Nun, das war einerseits natürlich total aufregend. Aber irgendwie auch anstrengend. Ich meine, ich bin halt eher der Typ, der selbst zur Tat schreitet. Ich wollte eigentlich nie in diese Business-Achterbahn einsteigen. Labels, Manager und all der ganze Kram: Damit wollte ich nichts zu tun haben. Irgendwann war’s dann aber doch soweit. Danach hat sich vieles in meinem Leben verändert. Glücklicherweise war das meiste davon positiv.

MusikBlog: Wie zum Beispiel?

Eden: Nun, trotz meines ausgeprägten Kontrollhangs bin ich mittlerweile ganz froh darüber, dass ich Leute um mich herum habe, die mich bei meiner Arbeit unterstützen. Es wird ja immer mehr. Nach der Veröffentlichung des Albums geht es ab März auf große Tour. Zwischendurch ist viel Promo-Arbeit angesagt. Da ist es, wie gesagt, schon gut, wenn man logistisch und organisatorisch unterstützt wird.

MusikBlog: Musikalisch bleiben bei dir in puncto Support aber weiterhin alle Türen geschlossen, oder?

Eden: Ich denke schon, dass ich mich in Zukunft auch mal öffnen und die Fühler nach anderen Meinungen ausstrecken werde. Ich kann mir schon vorstellen, dass es spannend sein kann mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten. Für mein Debütalbum war es mir aber wichtig, alleine zu arbeiten. Ich habe bisher immer alles alleine auf die Beine gestellt. Vom ersten Akkord im Schlafzimmer bis zum Veröffentlichen eines Songs: Ich hatte stets die komplette Kontrolle. Das war mir sehr wichtig. Keine Ahnung, ich denke, dass ich in puncto Musik schon ein ziemlicher Kontrollfreak sein kann. (lacht) Aber „vertigo“ ist jetzt im Kasten. Ich habe noch keine Vorstellung davon, wie ich das nächste Album angehen werde. Alles kann passieren.

MusikBlog: Auch soundtechnisch? Oder würdest du sagen, dass du mit der aktuellen Mixtur aus Dance, Elektro und Folk bereits deine Nische gefunden hast?

Eden: Mir sind eigentlich nur zwei Dinge wichtig, wenn es um meine Musik geht. Erstens: Ich will authentisch sein und bleiben. Ich will die Musik kreieren, die aus meinem Herzen kommt. Und zweitens: Ich will versuchen, dass es spannend bleibt. Ich möchte nicht irgendwann in einer Genre-Schublade feststecken. Die Musik, die ich mache, soll auch widerspiegeln, wie ich mit Musik aufgewachsen bin.

MusikBlog: Mit welcher Musik bist du aufgewachsen?

Eden: Ich war und bin immer mit offenen Ohren unterwegs. Queen, Michael Jackson, Slipknot, My Chemical Romance, Rihanna

MusikBlog: Wow!

Eden: (lacht) Ich habe wirklich alles gehört. Und ich höre auch heute noch alles. Sicher, wenn ich anfange zu schreiben, fokussiere ich mich nur noch auf mich und mein Gefühl. Aber dieses Gefühl wird natürlich auch von äußerlichen Einflüssen befeuert. Das wird sich, glaube ich, auch nicht mehr ändern.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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