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Hookworms (Credit Hollie Fernando)

Hookworms – Microshift – Evolution der Grubenwürmer

Vom Einzeller zum Grubenwurm – in einer Evolutionsstufe: Die Hookworms nehmen mit ihrem dritten Album einen ordentlichen Entwicklungssprung. Aus dem punkigen Retrorock ihrer Anfangstage gepellt, springt die Band mitten hinein in psychedelischen Elektro-Blues.

„Micorshift“ trifft es daher nur bedingt. Es ist eher der „Big Shift“, der die Gitarren vom Vorgänger „The Hum“ aus 2014 in die Schranken weist. Hookworms machen 2018 in Samples, Loops und Modularsynthesizer, und damit vieles richtig.

Das DIY-Ethos haben sie sich trotzdem beibehalten. Frontmann MJ hat aufgenommen und produziert, und alle anderen dabei geholfen, die Band selbst zu managen. Das Ergebnis groovt wie nie zuvor und ist nur im treibenden „Static Resistance“ durch echtes Schlagzeug und E-Gitarre den alten Hookworms noch einigermaßen nahe.

Die neun neuen Stücke des britischen Quintetts sind ausnahmslos und ohne Umwege auf den Punkt komponiert. Wer sich als Bandmitlgied nur in Initialen zu erkennen gibt, hat wohl auch sonst keine Zeit für Schnickschnack.

In „Ullswater“ oder „Opener“ scheucht Schlagzeuger JN mit trockenem 80er-Beat seine Mitstreiter vor sich her, Sänger MJ holt mal eben zu den eingängigsten Melodien seiner Karriere aus und die beiden Gitarristen JW und EO tasten sich bevorzugt ungeniert durch die unendlichen Weiten der Synth-Sounds.

Das reicht dann vom psychedelisch-schiefen Pop aus „The Soft Season“ über ein paar Meteoritenschauer mitunter tief hinein in den Krautrock.

„Boxing Day“ klingt in etwa so, als hätten Hookworms bei MGMT die Schulbank gedrückt, mit der Pausenlglocke die Hälfte wieder vergessen, und am Nachmittag mit den noch cooleren Jungs von Kraftwerk nachgesessen.

Wenn Hookworms ihre Songs nun noch ein klein wenig mehr auf Hook betonen könnten, würden schwarze Löcher wahrscheinlich das Tanzen für sich entdecken. Nur wer weiß schon, was das wieder für die Evolution zur Folge hätte.

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