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Typhoon – Offerings

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„Of all the things you’re about to lose, this will be the most painful“. Was für ein Intro zum Jahresauftakt! Das vierte Album von Typhoon fällt gleich mit der Tür ins Haus.

Bandleader Kyle Morton hatte schon immer ein Faible für düstere Themen. Er widmet sich Themen wie Krankheit und zitierte schon früh gerne philosophische Schriften wie etwa „Die Krankheit zum Tode“ von Søren Kierkegaard.

Auch auf „Offerings“ macht es sich die Band aus Portland nicht leicht. Vielleicht ist es sogar die bis dato dringlichste Platte von Mortons Poporchester. Morton hat sich nämlich akribisch mit Gedächtnisverlust beschäftigt und erzählt in den vierzehn Titeln vom Vergessen und dem Gefühl von Orientierungslosigkeit. Logo, das mutet (wieder) exis­ten­ti­a­lis­tisch an.

Dabei bieten einzelne Passagen aber auch häufig Gelegenheit, als Analyse des gegenwärtigen Amerika gelesen zu werden. „We have all the information now, but what does it mean?“ fragt Morton etwa in „Rorschach“. Mediale Übersättigung und Überforderung, Wahrheit als bloße Interpretationssache. Bedrohliche Themenkomplexe, die sich auch in „Remember“ wiederfinden lassen.

Hier singt Morton vom „construct of history“, wiegt sich in unruhigem Schlaf. Solche Zeilen verwandeln „Offerings“ in eine beinahe dystopische Platte. Dabei ist die Musik oft eher zart bis symphonisch. Und obwohl die Band zu elft auftritt, wirken die Stücke nie überproduziert.

Xylophon, Klavier, eine Harfe und sogar Streicher verstecken sich im oft brachialen Gitarrenwulst, der mitunter an die frühen Arcade Fire erinnert. Nur eben ohne Endorphine. Wollen wir uns aber daran erinnern, dass zwischen den mächtigen Kompositionen mitsamt Stimmungs- und Rhythmuswechsel auch immer karge Akustik zu finden ist.

Auch das spricht für eine anspruchsvolle Dramaturgie, die hier auf viel poetisches Songwriting trifft. Da kann man nur hoffen, dass die Neuronen der Popwelt 2018 mitspielen. Und dieses Album nicht in Vergessenheit gerät. Das wäre nämlich mehr als ungerecht.

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