Die neue Generation von Wüstenblues-Musikern legt nach. In den letzten Jahren durften wir lernen, dass es sehr wohl noch andere Bands im Tuareg-Rock gibt als allein die altbekannten Tinariwen. Omara Moctar, als einsamer Blues-Reiter Bombino, kommt dabei bereits auf mehrfachen Output.

Nun folgen Imarhan zwei Jahre nach ihrem gleichnamigen Debüt nach und veröffentlichen mit „Temet“ zügig ihr Zweitwerk. Wieviel sich für das Quintett aus der süd-algerischen Oasenstadt Tamanrasset, das vom erfolgreichen Berliner Indie-Label City Slang vertreten wird, in dieser kurzen Zeit geändert hat, lässt sich dem Album deutlich anhören.

Iyad Moussa Ben Abderahmane aka Sadam, Tahar Khaldi, Hicham Bouhasse, Haiballah Akhamouk und Abdelkader Ourzig haben die Welt kennengelernt. Ihre auf Tamaschek vorgetragenen Songs atmen mehr diverse Einflüsse westlicher Rockmusik denn je.

The War On Drugs, dessen ehemaliges Mitglied Kurt Vile, aber auch ältere Semester des bluesigen US-Rocks, wie Ben Harper oder Eric Clapton, mischen sich als Einfluss in das saharische Melodiespiel.

Imarhan bleiben eine Tuareg-Rockband, aber sie haben sich auf ihrem Zweitwerk notwendigerweise ausdifferenziert. Rock-Nummern werden durch überraschende Funk-Stücke abgelöst und finden in folkig entschleunigtem Lagerfeuer-Blues ihren Ausklang.

Das reißt keine Genialitäts-Bäume aus, muss es allerdings auch nicht. Der Sound Imarhans befriedet und besänftigt und kommuniziert, was allein wirklich wichtig ist beim sehnsuchtsvollen Blick in die Natur: Friede und Liebe.

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