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Isolation Berlin – Vergifte dich

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Zwei Jahre hat das Debüt von Isolation Berlin schon wieder auf dem Buckel. Trotz folgendem Output mit den Geistesverwandten von Der Ringer stand die Band um Frontmann Tobias Bamborschke weniger im Fokus, als man es nach dem fulminanten Start von „Und Aus Den Wolken Tropft Die Zeit“ erwarten konnte.

Mit der Arbeit an neuen Songs hatte das wohl nichts zu tun, wurden die, laut ironischer Selbstauskunft „unpersönlichsten“, bereits vor Veröffentlichung des Debüts geschrieben.

Nachvollziehbar, denn thematisch liegt „Vergifte Dich“ in Sachen nihilistisch-melancholischer Welthass, der so dringlich wie schmerzhaft die Texte dominiert, mit dem Vorgänger auf einer Wellenlänge. „Ich kotze meine Existenz in U-Bahn-Lüftungsschächte“ – die Gegenwart scheint dafür mehr Auslösendes zu liefern denn je.

Also wühlt sich der Opener „Serotonin“ durch Hirnstoffwechsel und Leergut. Während das Hormon dazu neigt, durch Nichtanwesenheit zu glänzen, liefert der Pfandflaschenautomat wenigstens einen greifbaren Restwert. Mit der Verwaltung von Übriggeblieben befassen sich auch weite Teile von „Vergifte Dich“.

Inhaltlich also alles beim Alten und musikalisch gab es ohnehin keinen Handlungsbedarf. Allerdings löst der Einsteiger Angstschweiß aus, denn dieser Song erinnert an einen Beziehungs-Schunkler von AnnenMayKantereit. Aber so wenig, wie sich die Genannten mit Themen von Relevanz für mehr als zwei Personen befassen, verfestigt sich dieser Eindruck.

Noch immer mit dem Atem von Ton Steine Scherben behaftet, zieht die Platte über weite Teile mit Proberaums-Charme ihre Furchen durch die Tonspuren, vereint das Quartett die Tugenden alternativer Musik (um an dieser Stelle den von der Band gehassten Begriff „Indie“ zu umschiffen), um diese in eine fiebrig-drängende Fasson zu gießen.

Die klingt in „Kicks“ nach einem aufgedrehten Ian Curtis, versetzt die akustischen fünf Minuten von „Vergeben Heisst Nicht Vergessen“ in eine ähnliche Verbitterung wie Ja, Panik den Titeltrack von „DMD KIU LIDT“, und hat mit „Marie“ ein trauriges Liebeslied mit dem Potential zum kleinen Hit im Angebot.

Isolation Berlin kotzen weiter so konsequent wie kompromisslos aus, was von der Welt und der darin umherirrenden Masse zu halten ist. Selbst nicht aus „Antimaterie“ bestehend, empfiehlt es sich, in dieser Umgebung rar zu bleiben.

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