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Varvara – Go – Zwischen zwei Geschichten

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Das sechsköpfige Rock-Ungeheuer aus Finnland meldet sich mit seinem vierten Studioalbum zurück. Was eher nach der Einleitung einer spannenden Fabel nordischer Mythologie klingt, beschreibt die Band Varvara ziemlich passend.

Mit „Go“ wollen die Finnen, die seit 2007 zusammen musizieren, ihre jetzt schon sehr abwechslungsreiche Diskografie noch einmal aufwerten. Auf eine eher sanfte und melodische Gestaltung des zweiten Albums „Decades“ folgte 2016 mit „Death Defying Tricks“ ein In-Die-Fresse-Album, das seinesgleichen sucht.

Und jetzt „Go“, aber wohin? Reicht die Energie, um das hohe Tempo der dritten Platte aufrechtzuerhalten oder wird sich auf alte Werte besonnen? Weder noch.

Direkt der erste Song des Albums, „Gone“, erfüllt die Forderung des Albumtitels und präsentiert einen Mischling der früheren Sounds der Band. Obwohl der Gesang über große Teile des Songs das Spotlight auf sich zieht, wird auch den Gitarren von Zeit zu Zeit die Bühne überlassen. Diese machen genau damit Spaß, wofür jeder seine Freunde schon einmal verdammt hat. Mit ihrer mangelnden Entscheidungsfreudigkeit.

Mal meint man sich sicher zu sein, wieder im Garage-Rock von „Death Defying Tricks“ angekommen zu sein, mal spürt man eher eine Energie, die fast schon den Punk tangiert und an die Alternative-Rocker Brand New erinnert.

Eine Assoziation, die sich auch in anderen Tracks des Albums nicht vermeiden lässt. „Identical“ beginnt, als könne es auch auf „Deja Entendu“ seinen Platz finden. Melancholische Gitarren und tragische Texte wirken noch stärker bei dem Gedanken an das kühle Herkunftsland der Band.

Ihr verdichteter Sound hat in Finnland ein Zuhause gefunden, das passender kaum sein könnte. In einer so unwirtlichen Umgebung, in der sogar die Sonne keine Konstante mehr ist, muss man einen neuen Weg finden, seine Emotionen zu kondensieren.

Varvara machen genau das kompromisslos mit ihrer brütenden Rock-Hymne „Closing Time“, die mit zeitlosen E-Gitarren-Soli aufwartet, und mit ihrem musikalischen „Homecoming“, das von gescheiterter Liebe handelt.

Das langsamere und rhythmische „Warm Engine“ liefert noch einmal einen ganz neuen Sound, den man von Varvara nicht gewohnt ist. Ein starker Build-Up, der, ganz dem Cover des Albums entsprechend, in einem Meer aus Riffs und Drums endet.

„Closing Time“, „Homecoming“, „Warm Engine“, „Gone“, das alles klingt nach Dingen, die grade zu Ende gehen. Auch wenn einige euphorische Soli und das warme Design des Albums vielleicht den Anschein erwecken könnten, Varvara würden schöne, hoffnungsvolle Geschichten erzählen, ist das Gegenteil eher der Fall.

Beendete Beziehungen, Rückkehr oder Aufbruch, „Go“ ist ein Album über die Melancholie des Wandels, die Ungewissheit der Veränderung. Ein Album für das Gefühl zwischen zwei Geschichten, über das viel zu selten Geschichten erzählt werden.

Ob es die finnische Herkunft oder einfach die Qualität der Band ist, die „Go“ so intensiv wirken lässt, wie es gleichwertige Bands vom warmen Kontinent nur selten schaffen, ist eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass Varvara mit ihrem vierten Album auch ihr bestes und kohärentestes abgeliefert haben.

Verbrannte Brücken zu eigenen vergangenen Sounds werden als Motivation genutzt, sich auszuprobieren und helfen der Band dabei, ein massentaugliches und aktuelles Rock-Album zu kreieren, das sicherlich auch außerhalb von Finnland seine Anhänger finden wird.

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