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Wyvern Lingo (Credit Ruth Medjber)

Wyvern Lingo – Wyvern Lingo

Drei Frauen und R’n’B-lastige Musik. Da dürfte die erste Assoziation bei den meisten wohl Destiny’s Child sein, die Anfang der 2000er mit Songs wie „Survivor“ den Männern ihre Verzichtbarkeit ins Gesicht gesungen und getanzt haben.

Knapp 20 Jahre später gehen Wyvern Lingo in eine ähnliche Richtung. Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum geht es auch um die Männer und die Liebe. Aber nicht ausschließlich. Das Trio aus der irischen Badestadt Bray scheut sich in seinen Lyrics auch nicht vor politischen Themen.

Ein weiterer himmelweiter Unterschied zu Genre-Kolleginnen wie Beyoncé Knowles ist, dass Wyvern Lingo zwar keine perfekt ausgearbeiteten Tanzchoreographien darbieten, dafür aber selbst in die Saiten greifen. Den Vergleich mit amerikanischen Größen müssen die drei Irinnen aber trotzdem – oder gerade deswegen – keinesfalls scheuen.

Wyvern Lingo ist vor allem eins: vielseitig. Obwohl die drei Damen ohne Frage tief im R’n’B verwurzelt sind, strecken sie ihre Fühler in allerlei Richtungen aus.

„Subside“ ist trotz der Täuschung in den Strophen eine rotzige Indie-Rock-Nummer, die man sich mit ihren schrammeligen Gitarren, krachigem Schlagzeug und Hände-in-die-Luft-Attitüde gut Samstagsabend auf dem Dancefloor vorstellen kann.

„When I Can Rubbish“ kommt souliger daher und erinnert mit seiner Leichtigkeit an Joss Stone. Wie der Titel schon vermuten lässt, ist der Song ein dreiminütiger ausgestreckter Mittelfinger an alle Jungs da draußen, die in Sachen Liebe blöde Ausreden einfacher Ehrlichkeit vorziehen.

„Fountains“ weckt nicht nur wegen des Titels Erinnerungen an TLCs „Waterfalls“. Der perfekte Harmoniegesang der drei Irinnen mischt sich völlig organisch mit den Beat-Schnipseln und lässt den Song so vor sich hin plätschern.

Sowieso ist der Gesang eine der großen Stärken von Wyvern Lingo. Egal ob sie säuselnd umgarnen oder in der Kopfstimme Ah-Ah-Chöre hauchen. Saoirse Duane, Karen Cowley und Caoimhe Barry steht alles gut zu Gesicht.

Die einzige Problem an großartigen Debütalben wie „Wyvern Lingo“ ist, dass es verdammt schwer wird, mit dem Nachfolger nicht zu enttäuschen. Aber bis dahin dürfen die drei Irinnen sich zu Recht erst mal im Ruhm baden.

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