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Surma – Antwerpen

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Weit und breit Björk-Vergleiche über sich und die eigene Kunst zu Lesen, ist sicher nicht das Schlechteste, was einer aufstrebenden Künstlerin passieren mag: Débora Umbelino alias Surma begeisterte in diesem Jahr bereits auf mehreren Bühnen, darunter auch auf dem Eurosonic Festival in Noorderslag, mit ihren unglaublichen und manchmal abstrakten Sounds, die sich zu Hör-Eindrücken bündeln, die sie selbst bei Noise und Experimental einordnet.

Denn ihre Musik, so findet sie, müsse live man fühlen, sowohl als Zuhörer als auch als Musikerin. Nun legt sie ihr geografisch in Belgien verankertes Debütalbum „Antwerpen“ nach, musikalisch ist Surmas Eigensinnigkeit dennoch nicht lokalisierbar.

Dass Klänge, die nicht sofort greifbar sind, automatisch eine musikalische Traumwelt erschaffen und die Realität weit hinter sich lassen, sagt sich leicht daher. Die Portugiesin aus einem kleinen Ort namens Leiria aber, macht diese Floskel auch wahr, ohne dies immer zu beabsichtigen.

Surreale Gesamtwerke, ohne wirklichen Boden, dafür mit schwebenden, natürlich aus dem Prozess entstandenen Sounds schichtet Surma Song für Song übereinander und verwischt die Grenzen von organischer und elektronischer Musik so fein, dass es gar nicht mehr anders vorstellbar ist.

Surma versteht sich selbst nicht als Songwriterin, denn sie baut ihre intensiven Songs um meist improvisierte und deshalb oft auf wirsche bis unverständliche Lyrics auf – viele Stücke starten deswegen mit ihrem wichtigsten Instrument und Ausdrucksmittel: ihrer zarten Stimme.

Ihren Gesang packt Surma in endlos erscheinende Loops, eine Technik, die sie von ihrer größten Inspiration St. Vincent übernommen hat. In „Hemma“ erzeugt sie damit sogar klare Indie-Melodien, die in ihrer Fragilität dann doch an eine weniger poppiger Lykke Li erinnern.

Surmas Projekt ist als Gesamtkunstwerk zu sehen: „Antwerpen“ präsentiert eine dahingleitende, musikalische Vielfalt mit Mut zur Zerbrechlichkeit und vor allem zu völliger Offenheit.

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