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The Decemberists – I’ll Be Your Girl – Was ganz anderes

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„Wir wollten endlich mal etwas ganz anderes machen.“ Wenn Bands mit langjähriger Geschichte mit einem solchen Statement um die Ecke kommen, dann kriegt man erst mal ein bisschen Bauchweh. Denn irgendwie lässt eine solche Ankündigung schon erahnen, dass das, was da kommt, vielleicht einigen nicht schmeckt.

Dabei kann man ja durchaus mal eine andere Richtung einschlagen, ohne damit einen Fehltritt zu machen. Man nehme beispielsweise eine Band wie Radiohead. Die Briten erfinden sich seit über 25 Jahren auf jedem Album mehr oder weniger neu und machen Dinge anders als zuvor.

Groß angekündigt wird das aber nie und das brauchen sie auch nicht. Denn die Entwicklung ist organisch und ergibt sich aus der Musik und nicht aus der Motivation heraus, dass man eben jetzt mal was anders machen muss.

Naja, die Decemberists befinden sich mittlerweile auch bereits im 18. Bandjahr und kündigen ihr achtes Studioalbum mit eben jener leidlichen Aussage an. Sie wollen raus aus ihrer Komfortzone und sich selbst die Erlaubnis geben, Dinge anders zu machen. Statt vertraute Entscheidungen zu treffen, wollen sie ungewohnte Wege beschreiten.

Rausgekommen ist dabei ein seltsamer Misch aus Folk und Synthies, der sich „I’ll Be Your Girl“ nennt und maximal mäßig überzeugt.

Der Opener „Once In My Life“ fungiert ein bisschen wie ein trojanisches Pferd. Folkiges Gitarren-Strumming, Schellenkranz, dramatische Akkordwechsel und Colin Meloys klare Stimme, die zum Hände in die Luft recken auffordert. Klingt ja eigentlich alles wie immer. Aber nach eineinhalb Minuten bricht das Unheil herein: Synthies.

„I’ll Be Your Girl“ könnte fast ein Konzeptalbum sein. Egal, welche Art von Song – ob mittelalterliche Folklore wie bei „Cutting Stone“ oder galoppierende Gruselnummern wie „Your Ghost“ – die Decemberists kleistern alles mit Gameboy-Synthies zu.

„Everything Is Aweful“ nervt mit seinem ständigen Everything-Chören und erinnert dank gleicher Intervalle und der Textähnlichkeit unweigerlich an „Everything Is Awesome“ aus dem Lego-Movie. Leider trifft der Decemberists-Song eher auf „I’ll Be Your Girl“ zu.

Zum Schluss geht dann aber noch kurz die Sonne auf beziehungsweise unter. Das achtminütige „Rusalka, Rusalka_The Wild Rushes“ überzeugt mit leicht verstimmtem Klavier und melancholischer Schwere, die schließlich von folkiger Leichtigkeit abgelöst wird, wie man sie von den Decemberists kennt.

Netter Versuch. Aber bitte, liebe Decemberists: Macht doch beim nächsten Mal lieber alles wieder wie immer.

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