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Dessa – Live im Feierwerk, München

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Dessa, Mitglied des amerikanischen Hip-Hop-Kollektiv Doomtree aus Minneapolis, ist derzeit mit ihrem neuen Album „Chime“ vom Februar auf Tour und bewies gestern im Münchner Feierwerk, dass sie mit ihrem Hip-Pop nicht nur die verdammte Nachfolge der unvergesslichen Neneh Cherry angetreten hat, sondern mit ihrer humorvollen, zugänglichen und reflektierten Art auch die Herzen der Zuschauer gewinnt.

Nach dem Auftakt mit „Good Grief“ vom aktuellen Album, ist Dessa sichtlich überrascht von dem starken Beifall. Sie kommt mit ihrem Glas Wein ganz nach vorn an den Bühnenrand, bedankt sich für’s Kommen und stößt mit den Zuschauern an. Ein sehr familiärer Auftakt für einen wundervollen Abend, der noch familiärer werden sollte.

Nach dem folgenden „Call Off Your Ghost“ vom 2013er Album „Parts Of Speech“ erklärt sie nämlich, dass ihr Pullover viel zu warm ist und bietet einen Deal an: Wenn einer sein T-Shirt (Größe M oder L) auszieht und es ihr gibt, bekommt er dafür ein Dessa T-Shirt vom Merch-Stand.

Die Zuschauer bekommen noch für die Dauer von „Quinine“ Bedenkzeit und nach einigem Zögern findet sich natürlich einer, der sein blaues T-Shirt auszieht und tauscht. Dessa zieht sich schnell hinter der Bühne um und kommt mit einem schicken, schwarzen Dessa T-Shirt zurück.

Percussionistin Aby Wolf, die auch solo unterwegs ist und eigene Platten veröffentlicht, weist Dessa jedoch nach dem nächsten Titel darauf hin, dass es doch cool gewesen wäre, mit einem anderen zu tauschen, der nämlich ein „Velodrome“-T-Shirt trägt (so heißt ein Song auf Dessas aktuellem Album). Dessa fragt erfreut nach dem Namen des Zuschauers (Simon) und verspricht, nach dem Gig mit ihm Absinth-Schnaps zu trinken.

Dann darf Aby einen Song allein auf der Bühne performen, während Tour-Keyboarder und -Gitarrist Matthew und Dessa von der Bühne gehen. Dessa läuft währenddessen im Venue hin- und her und ist – wie auch auf der Bühne – permanent in Bewegung.

Vor „Jumprope“, ebenfalls vom aktuellen „Chime“, erläutert Dessa ausführlich, dass nach den Aufnahmen Produzent Andy Thompson feststellte, dass es doch sehr poppig klingt und Dessa entgegnete, dass sie Pop sehr mag schon seit sie klein ist. Im weiteren Verlauf der Konversation mit Andy schien sie sich dafür rechtfertigen müssen, so als ob sie etwas zugeben müsste, was bisher geheim war.

Dessa erklärt augenzwinkernd den Hintergrund, in ihrer Backpack-Rap-Szene, aus der sie stammt, war es natürlich verpönt, Pop zu mögen, für die Backpack-Rapper, die alle sehr geheimnisvoll und protektionistisch taten und sich hinter ihren Hoodies und übergroßen Kopfhörern versteckten, verkörperte Pop das Böse.

Damit leistet Dessa ihren Beitrag zur Debatte um die Erneuerung des Hip-Hop, die nicht erst seit der letzten Echo-Verleihung läuft. Hip-Hop muss schließlich nicht nur politisch korrekter, weiblicher und multi-sexueller werden, sondern auch selbstironischer.

Der Hauptteil schließt dann mit „5 Out Of 6“, aber die drei kommen kurze Zeit später wieder. Nach der ersten Zugabe „The Chaconne“ von ihrem Solo-Debüt 2010 zählt Dessa die Zuschauer durch, kommt auf „großzüge 57“ und lädt alle zu einem „Field-Trip“ ein. Das Publikum schaut sich kurz verwundert an und folgt ihr dann an der Bühne vorbei ins Treppenhaus.

Dort angekommen, werden alle aufgefordert, mit ihrem Smartphone die von der Decke hängende Diskokugel anzustrahlen. Nun erklärt Dessa auch den Grund der Exkursion: Sie haben am Tag festgestellt, dass es in dem Treppenhaus sehr schön hallt. Also wird nun die zweite Zugabe „Half Of You“ in eben diesem Treppenhaus als Akustikversion aufgeführt.

Dabei bleibt es jedoch nicht, danach werden Aby und Matthew von Dessa zur Improvisation aufgefordert und es folgen spontan weitere Songs. Anschließend verbeugen sich die drei gemeinsam und beenden dieses fantastische Konzertereignis.

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