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Arctic Monkeys – Tranquility Base Hotel And Casino

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Vor zwölf Jahren schlug das Debüt der Arctic Monkeys ein wie eine Bombe: Vom Internet-Hype in die Indie-Discos, auf die Festival-Bühnen der Welt. Dabei waren die vier Teenies aus Sheffield im Zuge der Bandschwemme britischer Indie-Acts nach der Jahrtausendwende vergleichsweise spät dran.

„Whatever People Say I Am That’s What I’m Not“ wurde trotzdem zum schnellst-verkauften Debüt der britischen Musikgeschichte und im Gegensatz zu all ihren um einige Jahre früher aus den Startlöchern gekrochenen Kollegen sind die Arctic Monkeys noch immer relevant. Mehr noch: Sie zählen zu den letzten richtig großen Rock-Bands der Welt.

Das mag auch damit zu tun haben, dass das Quartett ohnehin nie so richtig ins prototypische Indie-Schema passte. Viel eher gedeihten die Vier zu einer äußerst eigenständigen und jederzeit wandlungsfähige Rockband, was sich erstmals mit dem von Josh Homme produzierten Drittwerk „Humbug“ manifestierte.

Wie wandlungsfähig sie tatsächlich sind, zeigte sich aber noch nie deutlicher als jetzt auf „Tranquility Base Hotel & Casino“. Ihr erstes Album seit fünf Jahren ist weniger Gitarren-Rock denn je. Stattdessen dominiert verrauchte Lounge-Musik, Bar-Jazz und viel Klavier.

„I just wanted to be one of The Strokes, now look at the mess you made me make/ Hitchhiking with a monochrome suitcase/ Miles away from any half useful imaginary highway.“ Es ist der erste Satz, den Alex Turner auf der neuen Platte im Opener „Star Treatment“ von sich gibt. Die bedeutungsschwangere Expositon nimmt die Stimmung des ganzen Albums vorweg.

Man kann das als Jammern auf hohem Niveau missverstehen, wenn man bedenkt, dass Turner längst in der Liga eines Julian Casablancas spielt. Es ist aber mehr als das. Turner besinnt sich auf seine Wurzeln. Es ist die Heldenverehrung als Antrieb und die Reflexion nach dem Erfolgsrausch. Es ist das Altern.

Ja, die Arctic Monkeys sind längst erwachsen geworden. Illustre Titel dürfen die Songs deshalb trotzdem tragen. Wie etwa „The World’s First Ever Monster Truck Front Flip“ – ein Stück, in dem ein sachter Western-Rhythmus klappert, eine Orgel The Doors mimt und Turner seinem erzählerischen Gesangstil entfaltet.

Damit wirkt er sogar mehr als nur erwachsen. Er schielt schon mit 32 Jahren auf die Riege der Elder-Rock-Gentlemen um Tom Waits, Leonard Cohen oder Lou Reed.

Sein Crooning-Faible durfte er bei den Arctic Monkeys wohl noch nie hemmungsloser ausleben. Was vor allem daran liegen dürfte, dass er die Songs im Alleingang geschrieben hat und währendessen in einer andauernden Entschleunigungs-Phase verharrt haben muss.

Die elf Stücke schlagen nämlich alle in eine ähnliche Stimmungskerbe und kennen nur ein Tempo: Angezogene Handbremse. Weisheit gibt es nun mal nicht in Sechzehntel-Noten.

In der Summe ist das sechste Album der Arctic Monkeys eine Begegnung der anderen Art, die  nicht nur wegen des gedrosselten Tempos und der neuen Freude an Tasteninstrumenten mehr Zeit beansprucht als all ihre Platten davor.

Es lässt sich aber recht schnell erahnen, dass hier viel Potenzial im Nachreifen liegt. Wir reden Ende des Jahres nochmal darüber.

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