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Albin Lee Meldau – About You

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Ein Schwede macht ein Soulalbum? Was im ersten Moment komisch erscheinen mag, macht jedenfalls seit Albin Lee Meldau Sinn. Der Sänger aus Göteborg macht modernen Soul mit kräftigem Bass und romantischem Charme. Dass das als Single funktioniert, hat Meldau schon bewiesen. Wie sieht’s auf seinem Debütalbum „About You“ aus?

Düster, was die Stimmung angeht, mit welcher „Before & After“ das Debüt eröffnet. Die Erwartungen an das Album werden durch den authentischen und geheimnisvollen Song neu definiert. Vielversprechend und gewagt klingt er, als würde er in minimalistischer Art und Weise eine melancholische Seele in das Album tragen wollen.

Schnell stellt man allerdings fest, dass „Before & After“ nicht stellvertretend für das ganze Album steht. Schon „The Weight Is Gone“ bringt den poppigen Soul mit voller Stimme, den man so vielleicht von Rationale kennt, in Fahrt.

„6th Street“ geht sogar so weit, einen Oldschoolbeat einzubauen. „Lou Lou“ liefert den dazugehörigen Sprechgesang in akustischer Begleitung und die Erkenntnis, dass Soul in der aktuellen Popmusik mehr als nur einen Platz hat.

Weniger aufwendig ausgekleideter Soul findet sich zum Beispiel in „Sigoalla“, das Genrekollegen Aloe Blacc und Ben L’Oncle Soul ähnlicher klingt, weniger theatralisch, zugänglicher, Alltagssoul.

Meldau singt auf seinem Debüt von Liebe, wie sollte es anders sein, kanalisiert aber auch den gemeinschaftlichen Gospelcharme, den das Genre mit sich bringt. „Same Boat“ soll Statement und musikalischer Schlusspunkt zugleich sein und ist insofern erfolgreich, dass es tatsächlich eine berührende Hymne mit schönen, klagenden Gitarren abliefert, die John Mayer nur nach seiner schlimmsten Trennung auspacken würde.

Irgendwie fühlt es sich aber trotzdem ein wenig leer an, wenn der letzte Ton verklingt, was nicht unbedingt an „Same Boat“ liegt, sondern eher an etwas ganz anderem. Gespickt mit wenigen ruhigen Singer-Songwriter Tracks offenbart sich nämlich insgesamt ein wellenartiges Gesamtbild, das von pompöser Inszenierung bis hin zur Lagerfeuerromantik ein gigantisches Pendel schwingt.

Ein Pendel, das selbst Meldaus beeindruckende Stimme nicht immer problemlos aufzufangen weiß. Ein Konzept vermisst man, was bei der Fülle an alleinstehenden Songs jedenfalls für das Radio und den Markt kein Problem sein sollte.

Sowohl Lob als auch Kritik fallen bei „About You“ schwer. Es ist kein schlechtes Soul-Popalbum, aber baut eigentlich auf Singles. Es bleibt nicht unbedingt hängen, aber liefert alle Emotionen, die man von einem guten Popalbum immer wieder einfordert.

So manövriert es sich selbst gekonnt in eine Grauzone, die jene Alben verwaltet, in denen viel Potenzial steckt. Potenzial, dass Albin Lee Meldau trotz eines mittelmäßigen Debüts eine breite Hörerschaft eröffnen sollte.

Ein Schwede macht ein Soulalbum? Nicht ganz. Ein Schwede mit einer Soul-Stimme macht Popsingles – die Seele fehlt an zu vielen Stellen.

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