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Snail Mail (Credit Bryan Regan)

Snail Mail – Lush – Jammern auf hohem Niveau

Peinliche Haus-Partys, die ersten Beziehungsdramen und der alltägliche Knatsch mit vermeintlich überfürsorglichen Eltern: Lindsey Jordan alias Snail Mail schleppt ein großes Coming-of-Age-Paket mit sich rum.

Mit ihrem Debütalbum „Lush“ lässt die 19-jährige Sängerin und Songwriterin aus Baltimore nun all die Menschen an ihren Gedanken und Emotionen teilhaben, die aufwühlende Biografie-Anekdoten gerne im Verbund mit wippenden Sounds aus dem Bereich Jutebeutel-Rock konsumieren.

„Lush“ ist sicherlich kein kleiner Fisch im sich immer weiter ausbreitenden Indie-Rock-Ozean. Was dem Hörer hier geboten wird, hat Hand und Fuß – vor allem in puncto Atmosphäre und Songwriting.

Die noch blutjunge Lindsey hat ein feines Händchen für harmonisches Picking („Let’s Find An Out“), viel Freude an gesanglichen Achterbahnfahrten („Pristine“, „Heat Wave“, „Golden Dream“) und das richtige Gespür für hymnisches Jammertal-Geschrammel („Stick“, „Full Control“).

Mit trockenen Drums und dem einen oder anderen fiependen Noise-Einwurf an ihrer Seite schiebt sich Snail Mail an diversen, bereits etablierten Genre-Kollegen vorbei. Und das nicht gerade im Schneckentempo, sondern bisweilen durchaus auf der Überholspur.

Befreit von all dem Ballast der Jugend kann man durchaus gespannt sein, welches Themen-Knäuel der hochtalentierten Sängerin als nächstes in den Jutebeutel fällt. Bis dahin erfreut sich die Indie-Rock- und Gitarrenpop-Community aber erstmal an ihrem Erstling.

Jemand noch einen Tee? Oder einen Veggie-Burger?

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