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The Hunna – Dare

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„Dare“ von The Hunna könnte wie ein guter Eintopf sein. Ein guter Eintopf, der einen Tag nach der Zubereitung und in der Mikrowelle aufgewärmt noch besser schmeckt als am ersten Tag. „Dare“ ist jedoch eher die Tomatensuppe mit großen Stückchen, an der man sich sogar am zweiten Tag noch die Zunge verbrennt, weil Tomaten einfach nicht abkühlen und weil „Dare“ – seinem Namen ungerecht – nichts wagt.

The Hunna aus Großbritannien gerieten vor zwei Jahren mit ihrem Debütalbum „100“ in den gleichen Strom, der auch schon Catfish And The Bottlemen und Coasts in die Playlists Oasis-hörender Jugendlicher spülte. Intensive Shows und eine noch intensivere Fanbase ließen verschmerzen, dass „100“ ungefähr so klang wie das Social-Media-Model der britischen Rockmusik, sich nach amerikanischer Sonne und westküstlicher Leichtigkeit sehnend.

Als sich dann allerdings die ersten neuen Songs ins Live-Set schlichen, namentlich „Dare“ und „Flickin‘ Your Hair“, begann die böse Vorahnung aufzukeimen, „Dare“ würde doch kein neues Album, sondern lediglich ein „100“ mit Filter werden.

„Dare“ ist zehn Songs stark und damit definitiv nicht zu kurz. Vier davon lassen nämlich ziemlich schnell das irritierende Gefühl einer verbrannten Zunge aufkommen. „Dare“, „One“, „Flickin‘ Your Hair“ und „NY To LA“ sind die heißen Tomaten des Albums und laden jeden, der „100“ gehört hat, dazu ein, beim ersten Hören mitzusingen.

Auf das im Debütalbum inflationär bemühte Bild des Bonfires verzichten die Briten zwar, einen Freudschen Versprecher würde man beim ähnlichen Klang aber sogar dem Sänger der Band, Ryan Potter, verzeihen.

Schade, ist „Dare“ also wirklich nur der Inbegriff eines glattpolierten Rock-Albums der Neo-10er? Um das gänzlich zu verneinen fehlt der Anlass. Das ganze Album als ungelungenen Versuch abzuwerten, Selbstgekochtes aufzuwärmen, wäre allerdings ähnlich ungerecht.

Denn wie auch schon auf „100“ klingen The Hunna am interessantesten, wenn sie die dauerhaft andauernde Euphorie mal beiseite stellen und stattdessen ein wenig trauern, melancholisch werden, ohne bereits das nächste Hoch zu beschwören.

„Lover“ und „Mother“ klingen zwar weder nach traditioneller Brit-Rock-Ballade, noch nach herzzereißender Indie-Beichte, aber als Hybrid der beiden jedenfalls spannender als der Rest. Der langsame Aufbau eines Songs tut den Briten, die zu häufig den direkten Sprung in die Mitte eines Songs wagen, nervös auf den Refrain zusprinten, gut.

Das Album endet mit „Y.D.W.I.W.M.“. Auf ein intensives Intro mit brütenden Gitarren, eine kontrollierte Abwechslung zum gewöhnlichen Akkord-Geschrammel und einen Sound, der in seiner Dichte erstmals auch ein Stadion auskleiden könnte, folgt der klagende Gesang Potters. Ein fragendes Gefühl klingt heraus, fragt danach, wo man so einen Sound jetzt hinführt, wie man die Spannung auflöst, ohne für einen plötzlichen Abfall zu sorgen.

Fest draufhauen ist die Lösung, die The Hunna wählen. Das macht zwar nicht den Eindruck eines natürlichen Endes, sollte aber jedenfalls einen guten Closer für die nächste Tour liefern. Und darin ist das Quartett ja eh am besten.

Serviervorschlag: „100“ und „Dare“ in eine Playlist packen, sich der verringerten Bonfire-Dichte erfreuen und kräftig pusten. Dann schmecken auch die viel zu heißen Tomaten von gestern.

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