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Und ein bisschen von einem Monster – Amy Shark im Interview

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Vor ihrer Musikkarriere arbeitete Amy Shark als Video-Editorin für ein Rugby-Team. Die 32-jährige hat sich selbst nie als Sängerin gesehen und wollte ursprünglich Schauspielerin werden. Jetzt veröffentlicht die Australierin mit „Love Monster“ ihr Debütalbum, das sie als eine „Serie voller Dramatik“ beschreibt. Im MusikBlog Interview verriet uns die Musikerin aus Queensland, weshalb sie doch mit der Musik angefangen hat, wie schwierig ihre Anfangsphase war und warum es dennoch so wichtig ist, auch schwierige Zeiten im Leben zu haben.

MusikBlog: Gegen Anfang des Jahres warst du schon zum zweiten Mal für Konzerte in Deutschland. Wie war’s diesmal?

Amy Shark: Es war wirklich anders. Davon abgesehen, dass es mehr Leute und größere Locations waren, habe ich immer das Gefühl, dass die Leute hier mehr dazu neigen, sich sowohl mit der Musik als auch mit den Lyrics auseinanderzusetzen, als anderswo. Es ist ohnehin schon etwas Besonderes, in einem Land aufzutreten, wo zwar eine andere Sprache gesprochen wird, deine Songs die Menschen aber trotzdem erreichen, weil sie es mit ihrem Leben verbinden können – einfach unglaublich!

MusikBlog: War Musik denn schon immer Teil deines Lebens?

Amy Shark: Nicht wirklich. Ursprünglich wollte ich in Richtung Schauspielerei gehen, ich liebe das Theater. Ich habe mich nie als Sängerin gesehen, geschweige denn gedacht, dass ich singen könnte. Meine Leidenschaft zur Musik entwickelte sich eigentlich erst, als ich angefangen habe, Gitarre zu lernen. Aber nicht einmal da hatte ich irgendwie die Vorstellung, eines Tages zu meinem eigenen Gitarrenspiel zu singen. Ich habe mir nie die ganzen Musiker angeschaut und mir gewünscht sie zu sein.

Letztendlich hat sich das aber geändert. Mit der Zeit habe ich immer mehr Indie-Musik gehört und mir wurde klar, dass ich keine unglaubliche Stimme brauche, um mich durch meine Musik auszudrücken. So hat das alles angefangen und mittlerweile liebe ich es, mich mit dem Songwriting selbst herauszufordern.

MusikBlog: Wie wär’s mit Musicals oder Musical-Filmen? Musik und Schauspiel vereint.

Amy Shark: Oh, das ist eine großartige Idee! Schreib dir bitte mal ein paar Sachen dazu auf und gib es an mein Management weiter, wir sollten was zusammen starten!

MusikBlog: Ist notiert! Wie kam es eigentlich zu deinem Künstlernamen?

Amy Shark: Ach, die Begründung dafür ist wirklich einfach. Mein absoluter Lieblingsfilm auf dieser ganzen weiten Welt ist „Jaws“. Ich habe ihn gesehen, als ich noch recht jung war und seitdem bin ich von Haien besessen! Ich habe mir alles angeschaut, was nur irgendwie mit Haien zu tun hatte, von Filmen bis Dokumentationen. Bücher habe ich auch gelesen. Alle wissen von meiner Hai-Besessenheit, deswegen hat das nur Sinn gemacht, es in meinen Namen einzubauen. Als ich es aufgeschrieben habe, fand ich es ausgefallen und frech – genau wie ich meine Musik haben wollte: Ein bisschen von mir und ein bisschen von einem Monster! (lacht)

MusikBlog: Haie schwimmen auch immer nur vorwärts und nie rückwärts, oder?

Amy Shark: Oh, das ist auch ein guter Punkt, den nehmen wir gleich mit auf! (lacht) Es stimmt wirklich, immer weiter und noch mehr. Ich habe auch eine dicke Haut und kann mich durchsetzen!

MusikBlog: Auch bezogen auf die Musik?

Amy Shark: Ja! Vor einigen Jahren, als ich angefangen habe, Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, da gab es eine Person, die mir gesagt hat, dass ich poppiger schreiben und anders auf den Chorus hinarbeiten sollte. Kennst du diese dummen Ratschläge, die keiner braucht? Das Traurige ist, dass ich aber wirklich drauf gehört habe und als Folge davon die Musik gehasst habe, die dabei rauskam. Ich musste mich da wirklich durcharbeiten.

MusikBlog: Und jetzt?

Amy Shark: Der Druck ist jetzt weg. Mein neues Label und mein neues Management versuchen, mich nicht großartig zu verändern, weil ich eigentlich schon vieles mitbringe. Ich glaube, es liegt aber auch nur daran, dass ich diese Zeit hatte, mich selbst zu entdecken. Als dann die Dinge ihren Lauf nahmen und meine Musik explodierte, da wusste ich schon, was ich wollte, und nichts konnte mich mehr abschrecken.

Wäre etwas von alldem früher passiert, wäre es nicht richtig für mich gewesen. Es ist seltsam, wenn aus einem Teilzeit- plötzlich ein Vollzeitjob wird. Ich bereise die Welt und spiele fast jede Nacht meine eigene Musik. Es ist sehr schwer, das alles innerhalb kürzester Zeit zu packen. So, wie es jetzt gelaufen ist, habe ich immer noch das Gefühl, dass ich sehr viel sehr schnell lernen musste. Aber es ist fantastisch, das Leben könnte gerade nicht besser sein.

MusikBlog: Es wird besser, und zwar mit deinem Debütalbum. „Adore“ ist auch mit drauf.

Amy Shark: Stimmt! Weißt du, ich habe das Glück, Musik zu veröffentlichen und Leuten dadurch Hinweise auf das zu geben, was ich ihnen nahelegen möchte. So ist es auch mit dem Song. Ich bin eine Person, die ihr Herz auf der Zunge trägt und habe kein Problem damit, meine Gefühle auszudrücken. Es gibt so viele Lieder da draußen, die um den heißen Brei reden, was auch wichtig ist, ich liebe diese Songs. Aber ich bin die Art von Person, die keine Angst davor hat, zu sagen „Ich liebe dich und ich liebe dich für immer. Wenn du mich nicht liebst, ist es ok, aber ich werde hier sein und etwas sterben, weil du nicht so fühlst wie ich!“ (lacht)

MusikBlog: In der Tat ziemlich direkt.

Amy Shark: Ja! (lacht) So bin ich nun mal. Ich fürchte mich nicht davor, verletzlich und verzweifelt zu sein, das gehört dazu. Ich habe all diese Gefühle schon einmal selbst durchgemacht und kann deshalb darüber schreiben. Aus diesem Grund sind auch alle meine Songs so persönlich.

MusikBlog: Das Video zum Lied entstand unter deiner Regie.

Amy Shark: Genau. Es passiert oft, dass ich einen Song und bereits eine ziemlich genaue Idee davon habe, wie das Video dazu aussehen sollte oder was perfekt passen würde. Deswegen bin ich sehr in die Videoproduktion involviert, mir gefällt das, ich habe immerhin auch Erfahrung damit.

Bei „Adore“ war es genauso. Ich wollte, dass es etwas Sinnvolles und Fruchtbares wird, aber eben auch etwas Melancholisches. Deshalb habe ich einen meiner besten Freunde gefragt, ob er sich um die Tanz-Szene in der Schulsporthalle kümmern kann, da er Choreograph ist. Ein anderer Freund von mir ist Kameramann und kann wirklich gut mit der Kamera umgehen. Also habe ich ihn gefragt, ob er hier auch aushilft.

MusikBlog: Ein Freundschafts-Projekt also.

Amy Shark: So kann man das auch nennen. Ich habe an dem Abend alle mit Pizza und Bier entlohnt. Es ist wirklich gut geworden, dafür dass wir das Material an nur einem Tag gedreht haben und ich es selbst zusammengeschnitten habe. Hätte ich gewusst, dass es irgendwann Millionen Mal gestreamt wird, hätte ich mir eventuell mehr Mühe gegeben! (lacht)

MusikBlog: Das erste Lied auf dem Album „I Got You” erinnert inhaltlich ein bisschen an „Adore“.

Amy Shark: Also normalerweise erzähle ich nicht, von wem meine Songs handeln, aber „I Got You” behandelt auf jeden Fall eine echte Person. Es geht darum, dass man jemanden sehr mag, aber weiß, dass es eigentlich nicht richtig ist. Trotzdem gibt es diese kleinen Momente, in denen man es mehr als sonst versucht, weil man sich wünscht, dass es was wird. Letztendlich ist es ein Schritt nach vorne und zwei zurück! Der Song ist im Gegensatz zu „Adore“ aber etwas leichtherziger, glaube ich. „Adore“ ist sehr tiefgründig und auch etwas dunkel, während „I Got You“ romantischer und lieblicher ist, fast wie ein Märchen.

MusikBlog: Solche Märchen können aber auch schlecht enden, wie man an „The Idiot“ sieht.

Amy Shark: Ich glaube, jeder macht irgendwann mal eine Situation wie diese durch. Man schaut zurück und denkt sich, wie dumm man doch war, dass man geblieben ist. Und vermutlich denkt sich das der andere auch. Bestimmt hat es der Rest der Welt auch schon vorhergesehen und einem gesagt. Aber manche Erfahrungen muss man nun mal selbst machen, um beim nächsten Mal nicht mehr hinzufallen. Es gibt keinen Trick, wie man das umgehen kann. Natürlich ist es in dem Moment grauenhaft und ich wünsche es niemandem, aber Fakt ist, dass wir alle da durchmüssen, um am Ende als eine andere Person rauszukommen.

MusikBlog: Als eine andere Person, die auf größeren Bühnen vor mehr Leuten spielt?

Amy Shark: So ist es! Es gibt nichts Besseres als große Bühnen! (lacht) Verstehe mich aber nicht falsch, ich liebe auch die kleinen Shows, bei denen ich mit dem Publikum agieren kann, meinen Zuhörern in die Augen schauen und ihnen meine Geschichte erzähle kann. Aber bei großen Shows kann ich einfach etwas mehr herumspringen und alles ist etwas aufgeregter, die Leute singen lauter mit. Ach, im Grunde kann man das nicht vergleichen, es ist beides toll. Ich schaue nicht auf die Anzahl der verkauften Tickets, sondern gebe in jeder Location immer mein Bestes und schaue dann, was ich so zurückbekomme. Es ist jedes Mal großartig, wenn ich meine eigene Musik spielen darf.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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