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Clueso – Handgepäck I

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Clueso richtig nervig zu finden, ist einfach. Nach dem zeitweise viel zu überladenen Album „Neuanfang“ scheint der Erfurter sich, von sämtlicher Erwartungshaltung befreit, wieder auf das Wesentliche beschränken zu wollen. „Handgepäck I“ ist da der passende Titel und nur der Anfang einer Kollektion von Liedern, die auf Reisen entstanden.

Es ist auch einfach, „Handgepäck I“ nervig zu finden und im immergleichen Strom an neuen Deutschpoet*innen untergehen zu lassen. Manchmal macht man sich’s damit aber auch zu einfach.

Das Album beginnt mit „Aufbruch“, einem atmosphärischen Intro, das rauscht und kratzt, in dem Vögel zwitschern und eine südländische Gitarre erschöpft den Anfang vertont. Ein Intro, wie es im Buche steht und erneute Einladung dazu, das lange Album schon nach einer Minute abzubrechen.

Wer durchhält, wird mit „Wie versprochen“ und einem akustischen Stück belohnt, das sich ganz auf das wehmütige Heim- und Fernweh des vorletzten Albums „Stadtrandlichter“ zurückbesinnt. An die Stelle konkreter Erfahrungsmusik, die in „Neuanfang“ zu konkret nach den Charts griff, tritt der authentische und vage Minimalismus.

Samt Selbstreferenz. „Waldrandlichter“? Sympathische B-Seite der „Stadt-„-Version. Cluesos bedrückte, zerrüttete und etwas ziellose Stimme, die zu wenig Elan für die euphorische Aufbruchsstimmung (siehe „Neuanfang“) und etwas zu viel Optimismus für bedrückende Schwarzmalerei mitbringt, suggeriert einen Schwebezustand, Unbekümmertheit bei gleichzeitiger Zufriedenheit.

Der totale Verzicht auf Ironie und auf das Erzählen stereotypischer Liebesgeschichten machen es einfacher, sich nicht am Album zu stören. Das Album möchte keinen Ton treffen, und trifft ihn.

Nichts an „Handgepäck I“ drängt sich auf. Weder die Lebensweisheiten in „Wenn ein Mensch lebt“  noch das textlose „Wüste“ erinnern an die verzweifelten Versuche inhaltslosen Deutsch-Pops, Anspruch vorzugaukeln.

Ja, „Wüste“ könnte vielleicht sogar Max Giesinger schreiben, darum geht es aber nicht. „Handgepäck I“ ist mehr Clueso als jeder Vorgänger und versucht gleichzeitig, weniger genau das zu sein als alle davor.

„Handgepäck I“ ist kein Konzeptalbum. Der einzige Zusammenhang, der die 18 Lieder zusammenhält und überhaupt einen legitimen Bogen spannt, ist der Anspruch, endlich mal keine Hits zu machen. Die Platte ist ein Projekt, das eher eine Playlist, das Tagebuch eines Roadtrips, Fremdenführer für irgendwo ist als ein Album.

Klar, manche Songs nagen mit ihrer kitschigen Instrumentation schon etwas an den Nerven, „Paris“ zum Beispiel, oder „Auf Kredit“. Aber für ein Clueso-Album? Grundsolide und manchmal sogar rührend.

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