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Etwas weicht, um anderen Dingen Platz zu machen – Great Lake Swimmers im Interview

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Wer das Musikbusiness fünfzehn Jahre lang schadlos übersteht und dabei auch noch das eine oder andere Genre-Ausrufezeichen setzt, der kann auch mal den Großteil der musikalischen Trademarks über Bord werfen und sich verstärkt mit anderen Sound-Territorien vertraut machen. Im Fall der Great Lake Swimmers heißt das:

Gitarren in die Ecke und ran an die Harfe, und die Orgel, und die Congas, und die Marimbas… Ja, nach vier grundsätzlich im klassischen Indie-Folk verwurzelten Studioalben, garnieren Band-Chef Tony Dekker und seine fleißigen „Mitschwimmer“ gängige Strukturen mit Sounds aus den Bereichen Weltmusik und Klassik. Warum? Wieso? Weshalb? Gute Frage. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Studioalbums „The Waves, The Wake“ trafen wir uns mit dem Mastermind der Band zum Interview und sprachen über die magische Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft und den Schlüssel zum großen Ganzen.

MusikBlog: Tony, der Sound einer Akustikgitarre oder der Klang einer Pfeifenorgel? Was hinterlässt bei dir bleibendere Eindrücke?

Tony Dekker: (lacht) Das kann ich nur schwer beantworten. Dieser Tage habe ich sicherlich einen besonderen Bezug zum Klang der Pfeifenorgel. Aber das soll nicht bedeuten, dass ich den Sound einer schönen Akustikgitarre nicht mehr zu schätzen weiß. Ich finde es toll, dass ich beides wertschätzen kann.

MusikBlog: Auf eurem neuen Album „The Waves, The Wake“ experimentiert ihr nicht nur mit der Pfeifenorgel. Es kommen auch noch ganz Instrumente zur Geltung, die der Fan klassischer Indie-Folk-Musik nicht sofort auf dem Zettel hat. Wie kam es dazu?

Tony Dekker: Irgendwie hat sich einfach so ergeben. Wir haben diesmal wieder viele neue Dinge ausprobiert. Es waren neue Musiker mit an Bord. Wir haben in einer Kirche aufgenommen. Und da waren all die Songs, die irgendwo zwischen der Vergangenheit und der Zukunft standen. Das alles führte letztlich dazu, dass wir am Ende mit unglaublich faszinierenden Instrumenten wie der Orgelpfeife, der Harfe und echten Marimbas aufgenommen haben. Es passte einfach alles zusammen.

MusikBlog: Inwieweit spiegelt der Titel des Albums all diese Neuerungen wider?

Tony Dekker: Es geht um die Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Etwas weicht, um anderen Dingen Platz zu machen. Da steckt natürlich auch eine gewisse Metaphorik drin. Mir hat aber auch der Titel an sich gefallen.

MusikBlog: Du hast es bereits angesprochen: Neben der Musik hat sich auch das personelle Bild der Band verändert.

Tony Dekker: Nun, ich habe schon immer viel Wert darauf gelegt, mit neuen Leuten zu arbeiten. Das war mir schon immer wichtig. Diesmal war es einfach so, dass ich nach dem letzten Album das Gefühl hatte, einen bestimmten Punkt erreicht zu haben. Ich meine, wir hätten uns auch alle wieder hinsetzen und ein ähnliches Album wie „A Forest Of Arms“ aufnehmen können. Aber das fühlte sich für mich nicht mehr richtig an. Ich wollte dieses klassische Bild vom Folk-Rock-Sänger mit der Gitarre im Arm zur Seite legen und etwas Neues beginnen. Also habe ich mich umgehört und umgeschaut. Schlussendlich saß ich dann mit vielen tollen Musikern in einer bezaubernden Kirche in Ontario. Und herausgekommen ist dieses Album.

MusikBlog: Was ist der größte Unterschied zwischen den Aufnahmen in einem Studio und einer Session in einer Kirche?

Tony Dekker: Das sind zwei völlig verschiedene Welten. In erster Linie reden wir natürlich über eine komplett andere Akustik. Im Studio kannst du dich in puncto Sound irgendwo hin bewegen. In einer Kirche gibt die Kirche die Richtung vor. Man muss sich den Gegebenheiten anpassen und die passenden Werkzeuge finden, damit das Endergebnis dem Ambiente auch gerecht wird. Das ist nicht einfach – eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Aber wenn dann alles passt, ist es mit nichts auf der Welt zu vergleichen.

MusikBlog: Dieses Verlangen, sich mit nahezu jedem neuen Album neu zu positionieren, steckt irgendwie in dir drin, oder?

Tony Dekker: Ja, das ist wohl wahr. Ich weiß nicht, woran es liegt. Für mich stehen die Songs an erster Stelle. Ich denke, dass das der Schlüssel ist. All die Kollaborationen und Stilwechsel sind nicht Teil eines persönlichen Konzepts. Mir geht es nicht darum, mit bestimmten Leuten zu arbeiten, weil sie einen Namen haben und tolle Alben produzieren. Bei mir entscheidet immer der Song, in welche Richtung es geht. Der Sound, die Aufnahme-Location, das Personal: Es ist immer der Song, der am Ende die entscheidenden Strippen zieht.

MusikBlog: Eine Wohlfühl-Abhängigkeit durch und durch?

Tony Dekker: Ich liebe es, so zu arbeiten. Das bin ich. So bleibt es immer spannend und frisch. Das gefällt mir.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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