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Aurora – Infections Of A Different Kind – Step One

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„Step One“? Schritt eins? Nachdem ihr Debütalbum „All My Demons Greeting Me As A Friend“ schon den ersten in Richtung eines neuen, extrem jungen, Pop-Superstars markierte, hat Aurora mit „Infections Of A Different Kind – Step One“ die Manifestation dieses Anspruchs auf acht Songs kondensiert.

Politische und idealistische Passagen vermischen sich mit dem perfekten Pop, Minimalistisches mit Bombastischem. „Queendom“ zum Beispiel wird schon seit Wochen als neue Hymne des Feminismus gefeiert, liefert inhaltlich sowie musikalisch Grund zur Annahme einer kreativen Emanzipation Auroras.

Es wird mit der unterschwelligen Energie gespielt, die man aus früheren Songs der jungen Norwegerin wie „Running With The Wolves“ kennt. Nur tritt diese Energie jetzt konzentrierter auf, statt in der ständigen Investition in Tempo und Intensität baut „Queendom“ so eine Spannung auf, die erwachsener und wirkungsvoller klingt.

„Churchyard“ übernimmt dieses Muster, indem Mehrstimmigkeit und stetige Verdichtung Zerrissenheit und Einheit in einem darstellen. „Gentle Earthquakes“ könnte auch eine alternative Version von „Queendom“ sein, samt weitflächiger Befreiungsrufe und introspektiver Passagen, ruhigen Momenten, die den hymnischen Refrain einleiten.

Die Balladen „It Happened Quiet“ und „Infections Of A Different Kind“ sind dann in ihrer gospelhaften Mittelalterlichkeit die Songs, die langfristig im Ohr bleiben. Als Songs, die eben nicht den Kompromiss eingehen müssen, zwischen der Studie des Selbst und der des Populären, sondern sich vollends auf ersteres konzentrieren können, klingen sie authentischer als der Rest.

Im Gegensatz zu anderen jungen Künstler*innen, die die Brücke zwischen persönlichem Ambient-Synth und dem kompromisslosen Pop zu schlagen versuchen, bietet „Infections Of A Different Kind – Step One“ eine geringere Bandbreite, weniger Abwechslung an Dynamik, Melodie und Gesang. Auroras Stimme beeindruckt – natürlich – macht aber wenig unerwartete Ausflüge.

 

Authentizität, die von einer Künstlerin in ihren frühen Zwanzigern noch kaum erwartet werden kann, hat also jedenfalls in Teilen ihren Weg auf „Infections Of A Different Kind – Step One“ gefunden. Der erste Schritt ist tatsächlich noch nicht abgeschlossen, die Transformation vom Newcomer zum Superstar in einem spannenden Zwischenstadium gefangen.

Wo andere aber aus Verzweiflung längst ein opulentes Album voller angepasster Hits veröffentlicht hätten, balanciert Aurora noch auf dem Drahtseil zwischen ihren Möglichkeiten. Und eigentlich ist das nur sympathisch, weil trotz professioneller Produktion kein Kalkül herausklingt.

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