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Dispatch – Letter To Lady J – Videopremiere

Es wäre vermutlich nicht ganz einfach, einem Freund, Kollegen oder sonst irgendwie Interessierten das Video zur neuen Dispatch-Single „Letter To Lady J“ in wenigen Worten zu beschreiben.

Die Auswahl der darin montierten Filmschnipsel scheint nämlich einem ungefähr genauso strengen Plan zu folgen wie die Anordnung der regelmäßig durch das Bild wirbelnden, lose am Kopf des Sängers Chad Stokes befestigten Locken: also keinem ersichtlichen.

Während der Song Stokes zufolge all jenen Unschuldigen gewidmet ist, die ihr Leben durch gewalttätigen Gesetzesmissbrauch von Seiten der US-amerikanischen Polizei verloren, und damit eine sowohl eindeutige als auch ernste Botschaft enthält, verhält es sich mit dem Video nicht ganz so klar.

Aber seht selbst “Letter To Lady J” in der MusikBlog Videopremiere.

Unser Blick schweift langsam über Häuserdächer auf eine goldene, mit „Lady J“ angesprochene Justitia, ruckelt durch Handylinsen in schlecht beleuchtete Backstage-Räume und fliegt in Zeitlupe, dagegen irrsinnig schnell aussehendem Normaltempo oder dagegen noch weniger normal aussehendem Schnelltempo durch die schweißnasse Luft zwischen Dispatch und deren Live-Publikum.

Wir sehen die Band beim Yoga machen, beim sich Kitzeln, in einem Golf-Cart, am Strand spazieren, wir sehen als hüpfender Fan auf die Bühne, als hüpfender Musiker auf die Fans, wir sehen Stokes, wie er versucht seinen Kopf (exklusive Haarpracht) in einen Topf zu stecken und wir sehen viele Dinge mehr, die wir niemals sehen wollten, die aber trotzdem ziemlich unterhaltsam sind.

Mal scheinen die Bilder die euphorische Stimmung der stetig an Dynamik gewinnenden Folk-Hymne ironisch zu kontrastieren, mal passen sie wie die Faust auf’s Auge und mal beides gleichzeitig, aber eines tun sie nie: sich direkt auf das Anliegen des Textes beziehen.

Und spätestens, wenn der Song nach zwei Minuten an seinem ersten in Kopfstimme gesungenen Intensitätshöhepunkt angelangt ist, begreifen auch wir, dass es vermutlich einfach nichts zu begreifen gibt.

Vielleicht stampfen wir dann sogar mit zur Bürodecke gestreckten Zeigefingern um unseren Schreibtisch. Dieses Video macht Spaß und unterstützt die Message des Songs auf genau diese Art.

Ein Glück, dass wir den Clip nicht beschreiben müssen, sondern ihn einfach nur ansehen können. Nochmal. Und nochmal.

Der “Letter To Lady J” ist der Auftakt zu einer Serie von wöchentlichen neuen Songs, die schließlich in das Release von “Location 13” mündet, einer “speziellen Ansammlung von Musik”, wie es Dispatch selbst beschreiben und der Nachfolger des letztjährigen Albums “America, Location 12“. Das neue Album erscheint nächste Woche Freitag (29. Sep.) digital und am 16. November physisch.

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